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Broadcom Aktie: AI-Motor

Eine Analyse bestätigt Broadcoms Spitzenposition bei KI-Beschleunigerchips. Das Unternehmen verfügt über einen AI-Auftragsbestand von über 73 Milliarden Dollar und verzeichnet starkes Umsatzwachstum.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Führende Rolle bei kundenspezifischen KI-Chips bis 2027
  • Über 73 Milliarden Dollar an AI-Bestellungen im Buch
  • Netzwerksparte profitiert vom KI-Infrastrukturaufbau
  • Analysten bestätigen positive Bewertung trotz Kursrückgang

Broadcom rückt im Rennen um kundenspezifische KI-Chips immer stärker in den Fokus. Eine neue Studie sieht den Konzern bis 2027 mit deutlichem Abstand an der Spitze – und das, obwohl die Aktie zuletzt eine Verschnaufpause eingelegt hat. Entscheidend ist dabei weniger der kurzfristige Kursverlauf als die Frage: Wie belastbar ist Broadcoms Vorsprung im AI-Infrastrukturgeschäft?

Studie sieht klare ASIC-Führerschaft

Eine aktuelle Analyse von Counterpoint Research attestiert Broadcom, seine Rolle als führender Designpartner für AI-Server-ASICs (kundenspezifische Beschleunigerchips) bis mindestens 2027 zu behaupten. Demnach sollen die Auslieferungen solcher AI-ASICs bei den zehn größten Hyperscalern zwischen 2024 und 2027 etwa verdreifacht werden.

Treiber dieses Wachstums sind vor allem große Cloud-Anbieter und Plattformen, die eigene Chips skalieren:

  • Googles TPU-Infrastruktur zur Unterstützung der Gemini-Modelle
  • Der weitere Ausbau der AWS-Trainium-Cluster
  • Der Hochlauf von Metas MTIA- und Microsofts Maia-Chips
  • Ein grundsätzlicher Strukturwandel hin zu maßgeschneidertem Silizium für spezifische Workloads

Counterpoint-Analyst Neil Shah sieht darin eine Bestätigung einer neuen „Custom-XPU-Ära“, in der Beschleunigerchips gezielt für eng umrissene Aufgaben optimiert werden. Genau hier setzt Broadcom mit seinem ASIC-Geschäft an.

Hoher AI-Auftragsbestand als Rückenwind

Besonders deutlich wird der Trend im Auftragsbuch: Broadcom verfügt über mehr als 73 Milliarden US-Dollar an AI-bezogenen Bestellungen, die innerhalb der nächsten 18 Monate ausgeliefert werden sollen. Davon entfallen rund 53 Milliarden US-Dollar direkt auf kundenspezifische Beschleuniger.

Insgesamt summiert sich der konsolidierte Auftragsbestand auf 162 Milliarden US-Dollar, wovon damit fast die Hälfte vom AI-Bereich getrieben ist. Das unterstreicht, dass es sich nicht um ein kurzfristiges Nachfragefenster, sondern um einen mehrjährigen Ausbauzyklus handelt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte Broadcom AI-Umsätze von 20 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 65 % gegenüber dem Vorjahr. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet das Management eine Verdopplung der AI-Erlöse auf über 8 Milliarden US-Dollar. Die Vergütung von CEO Hock Tan ist ausdrücklich daran gekoppelt, die AI-Umsätze bis 2030 auf über 120 Milliarden US-Dollar zu steigern – ein klares Signal, wo die strategischen Prioritäten liegen.

Networking als zweites Wachstumsstandbein

Neben den Beschleunigerchips profitiert auch die Netzwerksparte massiv vom globalen KI-Infrastrukturaufbau. Broadcoms aktueller Switch „Tomahawk 6“ mit einer Kapazität von 102 Terabit pro Sekunde verzeichnet Rekordbestellungen, der zugehörige Auftragsbestand übersteigt 10 Milliarden US-Dollar.

Je stärker KI-Cluster in Richtung Hunderttausende Prozessoren skalieren, desto wichtiger werden Hochleistungsnetzwerke mit niedriger Latenz. Broadcom besetzt hier eine Schlüsselposition, da leistungsfähige Switches und Verbindungen zum Engpass für große KI-Rechenzentren werden können.

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Analysten weiterhin konstruktiv

Trotz eines Rückgangs von rund 6 % in den vergangenen 30 Tagen bleibt die Bewertung der Wall Street überwiegend positiv. Die Aktie notiert aktuell bei 329,44 US-Dollar und damit rund 7 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch, nach einem starken Lauf von knapp 66 % auf Sicht von zwölf Monaten.

Wells Fargo hat die Einstufung zuletzt von „Equal-Weight“ auf „Overweight“ angehoben und das Kursziel von 410 auf 430 US-Dollar erhöht. Begründung: Die jüngste Kursschwäche eröffne einen attraktiveren Einstiegszeitpunkt, während neue Wachstumstreiber für 2026 und 2027 an Kontur gewinnen.

Bernstein bestätigte nach Gesprächen mit dem Management sein „Outperform“-Rating und ein Kursziel von 475 US-Dollar. Die Analysten sprechen von „mehr Überzeugung denn je“, dass Wettbewerbssorgen im KI-Bereich deutlich übertrieben seien. Als zentrale technologische Stärken nennen sie:

  • Fortschritte beim 3D-Chip-Stacking
  • 400G-SerDes-Technologie
  • Investitionen in die Substratfertigung

Fundamental spiegelt sich das in folgenden Kennzahlen wider: ein Forward-KGV von 33,22, ein PEG-Ratio von 0,92 sowie eine Marktkapitalisierung von 1,58 Billionen US-Dollar. Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 455,22 US-Dollar, die Konsensmeinung umfasst 36 „Strong Buy“, 3 „Moderate Buy“ und 3 „Hold“-Ratings.

Wettbewerb und Marktposition

Im Markt für allgemeine KI-GPUs dominiert weiterhin Nvidia. Doch für Hyperscaler, die große Sprachmodelle betreiben, gewinnen spezialisierte ASIC-Lösungen an Bedeutung, da sie eine höhere Leistung pro Watt und bessere Kostenstrukturen ermöglichen können.

Broadcom hat sich hier mit fünf großen Kunden für kundenspezifische Beschleuniger positioniert, die Nachfrage wächst weiter. Der schärfste Wettbewerber im ASIC-Design, Marvell Technology, steht laut Counterpoint unter Druck: Trotz einer erwarteten Verdopplung der Auslieferungen dürfte der Marktanteil bis 2027 auf rund 8 % zurückgehen.

Neue Allianzen wie die Kooperation von Google und MediaTek tauchen zwar als potenzielle Herausforderer auf. Laut der Studie verfügt Broadcom jedoch in mehreren Schlüsselbereichen über technologische Vorteile, die derzeit weder Wettbewerber noch Kunden in dieser Breite erreichen, was die Eintrittsbarrieren erhöht.

Fazit: Langfristige AI-Story bleibt intakt

Unter dem Strich zeichnet der Bericht ein Bild von Broadcom als zentralem Infrastrukturlieferanten der KI-Ära – mit stark gefüllten Auftragsbüchern, wachstumsstarken AI-Umsätzen und zusätzlichen Impulsen aus dem Networking-Geschäft. Die Kurskonsolidierung der vergangenen Wochen steht damit im Kontrast zu den mittel- bis langfristigen Wachstumsperspektiven, die sich aus dem erwarteten Nachfrageanstieg bis mindestens 2027 ergeben.

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