Broadcom steht weiter im Zentrum des KI-Booms – und bekommt nun gleich von mehreren Seiten Rückenwind. Neue Analystenkommentare, ein umfangreicher Rahmenvertrag mit der US-Regierung und solide Zahlen zeichnen ein Bild: Die Story rund um KI-Infrastruktur bleibt klar wachstumsgetrieben. Wie stützt diese Mischung aus Auftragslage, Analystenvertrauen und Gewinnentwicklung die aktuelle Bewertung?
Analysten setzen auf KI-Infrastruktur
Mehrere Häuser haben in den vergangenen Tagen ihre positive Sicht auf Broadcom bekräftigt oder verstärkt – jeweils mit Verweis auf die Rolle des Konzerns in der KI-Infrastruktur.
TD Cowen um Analyst Joshua Buchalter bestätigte sein Buy-Rating und ein Kursziel von 450 US‑Dollar nach einem Treffen mit dem Management. Im Fokus steht der anziehende Bedarf an Broadcom-Chips, da Unternehmen und Hyperscaler ihre KI-Nutzung ausbauen.
KeyBanc-Analyst John Vinh bleibt nach einer Asienreise optimistisch. Er beobachtet, dass große Cloud-Anbieter sich frühzeitig DRAM- und NAND-Kapazitäten sichern, weil sie 2026 mit einem Datenzenter-Bitwachstum von rund 50 % rechnen. Broadcom sieht er als wichtigen Profiteur im Bereich Custom Silicon, insbesondere dank eines deutlich verbesserten Ausblicks für Chip-on-Wafer-on-Substrate-Kapazitäten, da Tensor-Processing-Unit-Programme hochgefahren werden. Ein verzögertes OpenAI-ASIC-Projekt stuft er weiterhin als bedeutende langfristige Chance ein, die den KI-Auftragsbestand spürbar vergrößern könnte.
Wells Fargo hat Broadcom am 15. Januar von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel von 410 auf 430 US‑Dollar angehoben – Ausdruck steigenden Vertrauens in den KI-getriebenen Umsatzpfad.
RBC Capital Markets ist am 14. Januar mit einem „Sector Perform“-Rating und Kursziel von 370 US‑Dollar eingestiegen. Analyst Srini Pajjuri sieht zwar Chancen durch KI, verweist aber zugleich auf Margen- und Bewertungsrisiken. Er geht davon aus, dass Hyperscaler ihre erhöhten Investitionen in Rechenzentren für die nächsten 18 bis 24 Monate beibehalten.
In Summe ergibt sich ein deutlich positives Bild: 32 Analysten decken die Aktie ab, davon vergeben 29 ein Buy, 2 ein Strong Buy und 1 ein Hold. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 438,61 US‑Dollar und impliziert damit rund 33 % Kurspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.
GSA-OneGov-Deal mit US-Behörden
Zusätzlichen Rückenwind bringt ein neuer Rahmenvertrag mit der US-Regierung. Die General Services Administration (GSA) hat am Dienstag ein OneGov-Abkommen mit Broadcom bekannt gegeben, das Bundesbehörden Rabatte von bis zu 64 % auf VMware-Unternehmenssoftware gewährt.
Der Vertrag umfasst unter anderem AI-fähige Plattformen wie:
– VMware Tanzu Platform
– VMware Tanzu Data Intelligence
– VMware Tanzu AI Starter Kit
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Broadcom?
Laut Federal Acquisition Service Commissioner Josh Gruenbaum markiert die Vereinbarung „einen weiteren wichtigen Meilenstein“ im OneGov-Programm und unterstützt den politischen Auftrag, die KI-Nutzung in Bundesbehörden zu beschleunigen.
Broadcom-CEO Hock Tan betonte, das Abkommen unterstreiche das Ziel, den Nutzen und die Effizienz für staatliche Stellen zu erhöhen. Der Vertrag läuft bis Mai 2027 über das Multiple Award Schedule-Programm der GSA. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht, doch der Deal vergrößert Broadcoms adressierbaren Markt im öffentlichen Sektor und gilt als Bestätigung der Integrationsstrategie rund um die VMware-Übernahme.
Starke Zahlen und steigende Dividende
Operativ untermauern die jüngsten Quartalszahlen die optimistische Analystenlage. Broadcom hat am 11. Dezember 2025 die Erwartungen geschlagen:
- Non-GAAP-EPS: 1,95 US‑Dollar (Konsens: 1,87 US‑Dollar) – ein Beat von 4,28 %
- Umsatz: 18,02 Mrd. US‑Dollar, ein Plus von 28,2 % gegenüber dem Vorjahr (Erwartung: 17,46 Mrd. US‑Dollar)
Die Profitabilität bleibt hoch: Die Nettomarge liegt bei 36,2 %, die Eigenkapitalrendite bei 37,45 %. Zudem wurde die Quartalsdividende von 0,59 auf 0,65 US‑Dollar je Aktie angehoben, was einer annualisierten Rendite von rund 0,8 % entspricht. Die Botschaft ist klar: Wachstum und Ausschüttung laufen parallel.
Bewertung und Ausblick
Beim Blick nach vorn erwarten Analysten die nächsten Zahlen am 5. März 2026. Für das kommende Quartal wird mit einem Gewinn je Aktie von 2,02 US‑Dollar gerechnet, was einem Wachstum von 26,25 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz soll auf 19,27 Mrd. US‑Dollar steigen.
Für das Gesamtjahr 2026 liegen die Konsensschätzungen bei:
– EPS: 10 US‑Dollar (+46,63 % gegenüber 2025)
– Umsatz: 95,34 Mrd. US‑Dollar (+49,24 % gegenüber 2025)
Damit soll Broadcom das starke KI-Wachstum in deutliche Ergebniszuwächse ummünzen. Die Aktie wird aktuell mit einem Forward-KGV von 33,27 gehandelt und liegt damit unter dem Branchenschnitt von 36,82 für Halbleiterwerte.
Trotz der hohen Kursgewinne der vergangenen zwölf Monate von rund 45 % notiert der Titel mit etwa 5,5 % Abstand unter seinem 52‑Wochen-Hoch, bei einem aktuellen Kurs von 334,81 US‑Dollar. Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, ob Broadcom die ambitionierten Wachstumsziele im KI-Geschäft – gestützt durch Hyperscaler-Investitionen und den neuen Regierungsdeal – operativ bestätigt.
Broadcom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Broadcom-Analyse vom 22. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Broadcom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Broadcom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Broadcom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
