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Broadcom: 70% Marktanteil in KI-Beschleunigern

Broadcom hält über 70 Prozent Marktanteil bei KI-Beschleunigern, während Marvell mit Google verhandelt. Analysten bleiben zuversichtlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Marvell-Gespräche belasten Broadcom kurzzeitig
  • KI-Marktanteil von Broadcom über 70 Prozent
  • Analysten bestätigen positive Bewertungen
  • Q2-Umsatzziel bei rund 22 Milliarden Dollar

Googles Gespräche mit Marvell Technology über neue KI-Chips haben Broadcom-Aktionäre kurz aufgeschreckt — ausgerechnet am Tag der Jahreshauptversammlung. Der Kursrückgang fiel moderat aus, das Bild dahinter ist komplexer.

Hauptversammlung ohne Überraschungen

Am 20. April in Palo Alto wählten die Aktionäre acht Direktoren in den Vorstand, darunter CEO Hock E. Tan und Firmengründer Henry Samueli. PricewaterhouseCoopers wurde als Abschlussprüfer für das bis November 2026 laufende Geschäftsjahr bestätigt. Die Vergütung der Führungskräfte erhielt ebenfalls grünes Licht — mit rund 2,4 Milliarden Ja-Stimmen gegenüber 1,2 Milliarden Gegenstimmen, also solider, aber nicht einstimmiger Zustimmung.

Marvell und Google: Bedrohung mit Grenzen

Parallel dazu berichtete das Branchenmedium The Information, dass Google mit Marvell Technology über die Entwicklung zweier neuer KI-Chips verhandelt — darunter eine Memory-Processing-Unit als Ergänzung zu Googles Tensor Processing Unit. Marvells Aktie sprang daraufhin um fast fünf Prozent, Broadcom gab rund zwei Prozent nach.

Das signalisiert jedoch keine Ablösung. Google verfolgt eine Multi-Lieferanten-Strategie, bei der Broadcom, MediaTek und möglicherweise Marvell jeweils unterschiedliche Teile des TPU-Programms übernehmen. Broadcom bleibt laut einem SEC-Filing vertraglich bis 2031 für Design und Netzwerkkomponenten der Google-KI-Systeme zuständig.

Marktanteile und Analystenvertrauen

Broadvoms Stellung im Markt für maßgeschneiderte KI-Beschleuniger ist nach wie vor dominant. Das Unternehmen hält derzeit mehr als 70 Prozent Marktanteil in diesem Segment. Counterpoint Research erwartet, dass dieser Anteil bis 2027 bei rund 60 Prozent liegt — mit Marvell bei etwa 25 Prozent. Der Gesamtmarkt soll bis 2033 auf 118 Milliarden Dollar wachsen.

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Drei Analysehäuser bekräftigten nach den Ereignissen ihre positiven Einschätzungen:

  • Mizuho: Outperform, Kursziel 480 Dollar
  • Bernstein SocGen: Outperform, Kursziel 525 Dollar — gestützt auf den bis 2029 verlängerten Vertrag mit Meta
  • Benchmark: Buy, Kursziel 485 Dollar, mit Verweis auf steigende Zuversicht bei den KI-Umsatzzielen für 2027

Das Kursmomentum spricht für sich: Die Broadcom-Aktie notiert bei 345,90 Euro und hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Mit einem RSI von 70 bewegt sie sich allerdings an der Grenze zur technischen Überkauftzone.

Q2-Zahlen als nächster Prüfstein

Im ersten Quartal erzielte Broadcom 8,4 Milliarden Dollar KI-Umsatz — ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das zweite Quartal, das am 3. Mai 2026 endet, peilt das Unternehmen einen Gesamtumsatz von rund 22 Milliarden Dollar an. Meta zahlte Broadcom im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Dollar für KI-Chip-Design, die Partnerschaft läuft nun vertraglich bis 2029. Die Q2-Ergebnisse werden zeigen, ob Broadcom dieses Tempo halten kann — und ob die Multi-Lieferanten-Strategie der Hyperscaler bereits messbare Spuren hinterlässt.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.