BridgeBio hat nach der Präsentation auf der J.P. Morgan Healthcare Conference klaren Rückenwind erhalten. Ausschlaggebend waren ein Umsatz-Überraschungsergebnis für Attruby und ein konkreter Regulierungsfahrplan für gleich mehrere Spartenprodukte. Kann das Biotech-Unternehmen die neue Dynamik in den kommenden Quartalen bestätigen?
Attruby liefert Umsatz und Marktanteile
BridgeBio meldete vorab für Q4 2025 einen Attruby-Umsatz von 146 Mio. USD – ein Plus von 35% gegenüber dem Vorquartal und rund 9% über den Markterwartungen. Damit summieren sich die Einnahmen im ersten Jahr seit Markteinführung auf 362,4 Mio. USD.
Das Medikament versorgt laut Unternehmen 6.629 eindeutige Patienten in den USA und wird von mehr als 1.600 verschreibenden Ärzten angewendet. BridgeBio nennt zudem eine frühe Marktbeteiligung von über 25% beim sogenannten „MBRX share“ und peilt ein Peak-Year-Volumen von 30–35% an. Zusammengefasst: Attruby liefert spürbare kommerzielle Traktion und beginnt, wiederkehrende, margenstarke Erträge zu generieren.
Volles Jahr mit klaren Zulassungs-Bausteinen
Parallel zur Commercialisierung legte BridgeBio einen dichten Zeitplan für Zulassungen vor:
- BBP-418 (LGMD2I/R9): Zwischenzeitliche Phase‑3‑Daten zeigten einen statistisch signifikanten Vorteil von 2,6 Punkten beim NSAD nach 12 Monaten. Auf FDA‑Hinweis strebt die Firma nun eine reguläre Zulassung an; die NDA-Einreichung ist für H1 2026 geplant.
- Encaleret (ADH1): Mehr als 1.700 identifizierte Patienten; NDA‑Einreichung ebenfalls für H1 2026 geplant. Eine Phase‑3‑Studie (RECLAIM‑HP) bei chronischer Hypoparathyreoidismus soll im Sommer 2026 starten.
- Infigratinib (Achondroplasie): Die Studie PROPEL 3 erreichte Anfang Januar LPLV; Topline‑Ergebnisse werden bis Ende Q1 2026 erwartet.
Diese Roadmap schafft mehrere klar datierte Katalysatoren im ersten Halbjahr 2026 – ein möglicher Grund für das gesteigerte Anlegerinteresse.
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Die Aktie notiert aktuell bei 79,11 USD und steht damit am Allzeithoch vom 13. Januar; auf 12‑Monats‑Sicht beträgt der Kursanstieg rund 129%.
Kontext, Liquidität und Ausblick
Finanziell verfügt BridgeBio über etwa 587,5 Mio. USD an liquiden Mitteln. Zusammen mit den zunehmenden Cashflows aus Attruby sollte dies nach Unternehmensangaben einen globalen Launch von bis zu drei weiteren Medikamenten ermöglichen, ohne sofort auf verwässernde Kapitalmaßnahmen zurückgreifen zu müssen. Das deutet auf eine echte Transformation vom forschungsorientierten hin zum kommerziellen Biotech-Player hin.
Konkrete Termine für das erste Halbjahr 2026 sind entscheidend: Q1‑Topline zur Infigratinib‑Studie (Ende Q1), der offizielle Q4‑Bericht am 19. Februar und die geplanten NDA‑Einreichungen in H1 2026. Positive Resultate und Zulassungen könnten die aktuelle Rally stützen; negative oder neutrale Befunde würden die Erwartungshaltung schnell wieder abkühlen.
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