Bei der Branicks Group steht am heutigen Montag eine wichtige Weichenstellung für die finanzielle Zukunft an. Inhaber der Unternehmensanleihe 2021/2026 können noch bis zum Ende des Tages ihre Stimmen in einer Abstimmung ohne Versammlung abgeben. Ziel ist die Anpassung der Anleihebedingungen, um dem Unternehmen im Rahmen seines Sanierungskonzepts mehr Spielraum zu verschaffen.
Abstimmungsfrist für 400-Millionen-Euro-Anleihe endet
Der dreitägige Zeitraum für die Stimmabgabe begann am Samstag und läuft am heutigen 17. August aus. Zuvor mussten sich die Gläubiger bis zum vergangenen Freitag, den 14. August, für das Verfahren registrieren.
Die Stimmabgabe erfolgt über Kroll Issuer Services oder direkt beim Vorsitzenden der Abstimmung. Diese Maßnahme betrifft ein ausstehendes Volumen der Anleihe mit der ISIN XS2388910270 von mehreren hundert Millionen Euro und gilt als Kernstück der aktuellen Bemühungen zur Stabilisierung der Bilanz.
Parallel dazu greifen bereits weitere Instrumente der Neuausrichtung. Die am 30. Juli vereinbarten Lock-up-Vereinbarungen mit wesentlichen Gläubigergruppen sind mittlerweile wirksam geworden.
Diese Verträge binden die Beteiligten an die ausgehandelten Restrukturierungsschritte und sollen verhindern, dass kurzfristige Verkäufe oder rechtliche Schritte den Prozess gefährden. Medienberichten zufolge wurden zudem die Inhaber von Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 179,5 Millionen Euro in diese Vereinbarungen einbezogen.
Personelle Neuausrichtung in der Führungsebene
Die finanzielle Restrukturierung geht mit personellen Veränderungen einher, die bereits Ende Juli vollzogen wurden. Mit Wirkung zum 31. Juli wurde Josef Schultheis zum Chief Restructuring Officer (CRO) ernannt und in den Vorstand berufen.
Zeitgleich trat der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Wie unter anderem Reuters berichtete, markieren diese Schritte den personellen Umbruch, um die operative Umsetzung des Sanierungsprogramms zu forcieren.
Die Aufgabe der neuen Führung besteht vor allem darin, die Liquidität zu sichern und die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten zu strecken. Die Zustimmung der Anleihegläubiger gilt hierbei als notwendige Bedingung, um das Gesamtpaket der Refinanzierung final umzusetzen.
Kursentwicklung spiegelt Unsicherheit wider
An der Börse zeigt sich der Wert weiterhin unter erheblichem Druck. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 0,8500 Euro. Damit hat das Papier seit Jahresbeginn rund 51 % an Wert eingebüßt. Das aktuelle Kursniveau liegt zudem 61 % unter dem 52-Wochen-Hoch, das am 17. September des vergangenen Jahres bei 2,15 Euro markiert wurde.
Anleger blicken nun auf die zeitnah erwarteten Ergebnisse der Stimmauszählung. Ein Erfolg der Abstimmung würde den Weg für die Umsetzung der Lock-up-Vereinbarungen ebnen und die unmittelbare Unsicherheit bezüglich der Zahlungsfähigkeit mindern.
Sollte die erforderliche Mehrheit jedoch verfehlt werden, müsste das Management kurzfristig alternative Lösungen mit den Gläubigern finden, was die Lage für die bestehende Kapitalstruktur weiter erschweren dürfte.
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