BrainChip startet in die letzte Juliwoche mit einem frischen Rekordtief. Der Kurs fiel am Freitag um 8,19 Prozent auf 0,0740 Euro und markierte dabei mit 0,0731 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Ausgerechnet jetzt steht ein Pflichttermin an, der Klarheit über die finanzielle Lage des Chipentwicklers bringen soll.
Quartalsbericht als Nagelprobe
Australische Technologiefirmen müssen ihren Appendix 4C samt Quarterly Activities Report bis Ende Juli bei der ASX einreichen. Für BrainChip bedeutet das: In der kommenden Woche wird der Bericht für das Quartal bis Ende Juni fällig. Anleger erwarten darin endlich handfeste Belege für den „Commercialization Pivot“, den das Management seit Monaten ankündigt.
Bisherige Mitteilungen betonten vor allem strategische Partnerschaften, etwa mit ASICLAND und der Lockheed-Martin-Tochter ForwardEdge ASIC. Diesmal richtet sich der Blick auf Härteres: die Stabilität des Cashflows und erste Umsatzbeiträge aus dem neuromorphen Prozessor AKD1500.
Charttechnik zeigt überverkauften Zustand
Der Kursverfall hat den RSI auf 27,3 gedrückt. Damit gilt die Aktie technisch als überverkauft. Das ändert wenig an der grundsätzlichen Schwäche: Der Titel notiert 24,34 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,0978 Euro und 23,71 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,0970 Euro.
Ob die Marke von 0,0731 Euro als Boden hält oder weiter bricht, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen. Ein überverkaufter RSI verhindert an sich keine weiteren Verluste.
Finanzierung ohne Sicherheitsnetz
Ende Juni lief die Put-Option-Vereinbarung mit LDA Capital aus. Laut ASX-Meldungen von vergangener Woche wickelte BrainChip die Endabrechnung über die geordnete Veräußerung von rund 6,96 Millionen Aktien ab, um eine Ausfallgebühr zu begleichen. Das bisherige Finanzierungsinstrument existiert damit nicht mehr.
Der Quartalsbericht muss deshalb eine zentrale Frage beantworten: Wie lange reicht das verbleibende Kapital noch? Ende März bezifferte das Unternehmen seinen Kassenbestand auf rund 25,3 Millionen US-Dollar. Ohne das LDA-Instrument als Rückhalt braucht BrainChip jetzt eine eigene Strategie zur Finanzierung des laufenden Betriebs.
AKD1500 unter Beobachtung
Der wichtigste operative Prüfstein bleibt der AKD1500. Anfang Juli erklärte BrainChip die Referenzchips für kommerziell verfügbar. Jetzt stellt sich die Frage, wie schnell aus ersten Auslieferungen tatsächlich Lizenzgebühren oder margenstarke Umsätze werden.
Der Bericht dürfte zudem den Stand der industriellen und militärischen Zulassung für den AKD1500 dokumentieren. Auch Fortschritte beim Nachfolgechip AKD2500, dessen Prototyp-Silizium für die zweite Jahreshälfte geplant ist, könnten die Stimmung beeinflussen. Finanzielle Transparenz bleibt in dieser Woche das bestimmende Thema.
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