Am Montag, dem 28. April, veröffentlicht BP seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 — und selten lagen so viele gegensätzliche Signale gleichzeitig auf dem Tisch.
Lockout in Whiting: Zweiter Monat ohne Einigung
Seit dem 19. März sind rund 800 Mitglieder der Stahlarbeitergewerkschaft USW aus der Whiting-Raffinerie in Indiana ausgesperrt. Die Anlage mit einer Kapazität von 440.000 Barrel pro Tag ist die größte Raffinerie im Mittleren Westen — ein zentraler Lieferant für Benzin, Diesel und Kerosin in der Region.
Die Verhandlungen stecken fest. Die Gewerkschaft wirft BP vor, Stellenabbau, Lohnkürzungen und Einschränkungen des Tarifrechts zu fordern. Das Management bestreitet die genauen Zahlen: Nicht 100, sondern rund 65 Stellen seien betroffen, mit „großzügiger Entschädigung“ für die betroffenen Beschäftigten. BP zufolge hat das Unternehmen seit Anfang April zweimal Gesprächsangebote gemacht — ohne formelle Antwort der Gewerkschaft.
Die Raffinerie läuft derweil mit Leiharbeitern weiter. Sollte es zu ernsthaften Betriebsstörungen kommen, wäre das Timing ungünstig: Der Strait of Hormuz bleibt infolge des Nahost-Konflikts für den Schiffsverkehr faktisch gesperrt, was den Kraftstoffmarkt ohnehin unter Druck setzt.
Analysten erhöhen Kursziele vor den Zahlen
Trotz der Arbeitskampf-Unsicherheit zeigt sich die Analystengemeinschaft konstruktiv. Scotiabank hob ihr Kursziel deutlich von 41 auf 58 US-Dollar an und stufte die Aktie auf „Sector Outperform“ hoch. RBC Capital erhöhte das Ziel auf 700 Pence, behielt aber die neutrale Einstufung bei. Barclays bestätigte sein Kaufvotum.
Der Konsens liegt bei 618 Pence — rund 8 Prozent über dem letzten Schlusskurs in London. Von 31 Analysten empfehlen 12 den Kauf, 15 votieren für Halten, vier für Verkaufen.
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Die Aktie hat sich in diesem Jahr stark entwickelt. Mit einem Plus von knapp 29 Prozent seit Jahresbeginn übertrifft BP sowohl Shell als auch die US-Konkurrenten Exxon Mobil und Chevron. Der RSI liegt mit rund 70 an der Grenze zur überkauften Zone — ein Hinweis darauf, dass die Rally kurzfristig Gegenwind bekommen könnte.
Starkes Rohstoffumfeld, steigende Schulden
Das Handelsumfeld im ersten Quartal war günstig. Brent-Rohöl notierte im Schnitt bei 81 Dollar je Barrel, deutlich über den knapp 64 Dollar im Vorquartal. Auch US-Erdgas legte kräftig zu.
Das Ergebnis aus dem Ölhandel soll entsprechend stark ausfallen. Allerdings hat das seinen Preis: Die Nettoverschuldung dürfte zum Quartalsende zwischen 25 und 27 Milliarden Dollar liegen — nach 22,2 Milliarden Ende 2025. Haupttreiber ist ein erheblicher Working-Capital-Aufbau, den BP direkt auf das gestiegene Preisniveau zurückführt.
Hinzu kommt Gegenwind aus der Hauptversammlung vergangene Woche. Aktionäre verweigerten die Mehrheit für zwei Anträge — darunter die Abschaffung unternehmensspezifischer Klimaberichtspflichten. Knapp 26 Prozent der Aktionäre unterstützten eine Resolution der Klimagruppe ACCR, die BP zur Rechtfertigung seiner Investitionsdisziplin bei Öl und Gas auffordert. Das Management muss nun das Gespräch mit den Investoren suchen und Bericht erstatten.
Am Montag werden Anleger vor allem auf drei Punkte achten: den Schuldenausblick, konkrete Aussagen zur Whiting-Situation und mögliche Korrekturen bei der Kapitalallokation nach dem AGM-Gegenwind.
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