Der britische Energiekonzern BP sieht sich mit einer handfesten juristischen Herausforderung aus den eigenen Reihen konfrontiert. Weil das Management einen unbequemen Klima-Antrag von der Agenda der kommenden Hauptversammlung gestrichen hat, ziehen aktivistische Investoren nun rechtliche Register. Der Streit könnte weitreichende Folgen für die Mitbestimmungsrechte von Aktionären in Großbritannien haben.
Streit um die Zukunftsstrategie
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht eine Resolution der Investorengruppe „Follow This“, die von 16 institutionellen Anlegern unterstützt wird. Die Forderung ist klar formuliert: BP soll detailliert offenlegen, wie das Unternehmen in einer Zukunft mit sinkender globaler Öl- und Gasnachfrage profitabel bleiben will.
Das Management verweigerte dem Antrag jedoch den Platz auf der Tagesordnung für die Hauptversammlung am 23. April. Als Begründung führt der Konzern an, die Vorlage erfülle nicht die rechtlichen Vorgaben des britischen Aktiengesetzes. Die Kläger weisen diese Argumentation entschieden zurück und betonen, dass alle notwendigen Schwellenwerte für eine Zulassung erreicht wurden.
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Persönliche Haftung als Druckmittel
Über die Kanzlei Mishcon de Reya haben die Aktivisten BP nun ein formelles Ultimatum bis zum 1. April gesetzt, um den Beschluss wieder aufzunehmen. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass ein unrechtmäßiger Ausschluss gültiger Anträge gravierende Konsequenzen nach sich ziehen kann. Im äußersten Fall drohen den Vorstandsmitgliedern persönliche Geldstrafen oder sogar strafrechtliche Verfolgung wegen Verletzung ihrer gesetzlichen Pflichten.
Starke Kursentwicklung trotz Gegenwind
Interessanterweise lässt sich die Börse von den internen Querelen bisher kaum beeindrucken. Angetrieben von einem hohen Ölpreis – Brent-Rohöl notierte am Freitag bei über 108 US-Dollar pro Barrel – kletterte das Papier erst gestern mit 6,67 Euro auf ein neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Titel damit ein starkes Plus von knapp 31 Prozent. Dennoch zeigt der Vorstoß der Investoren, dass die langfristige Tragfähigkeit des rein fossilen Geschäftsmodells von institutioneller Seite zunehmend kritisch hinterfragt wird.
Die kommenden Tage zwingen das Management nun zu einer Entscheidung. Lässt BP die Frist am 1. April verstreichen, droht ein langwieriger Rechtsstreit, der einen neuen Präzedenzfall für den Umgang mit Aktionärsrechten schaffen wird. Spätestens auf der Hauptversammlung am 23. April muss der Vorstand seine Blockadehaltung dann vor den versammelten Anteilseignern rechtfertigen.
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