Nach dem überraschenden Stopp der Aktienrückkäufe wächst die Skepsis am Markt. Freedom Capital reagiert nun mit einer direkten Herabstufung und warnt vor weiteren Risiken in der Bilanz. Müssen sich Anleger auf eine längere Durststrecke beim britischen Energieriesen einstellen?
Die Hiobsbotschaften für BP-Aktionäre reißen nicht ab. Nachdem der Konzern bereits am 10. Februar angekündigt hatte, das Aktienrückkaufprogramm auszusetzen, folgte gestern die Quittung von Analystenseite. Freedom Capital senkte das Rating für den Energieriesen von „Hold“ auf „Sell“.
Verantwortlich für die pessimistische Einschätzung sind die als „schwach“ bezeichneten Ergebnisse des vierten Quartals sowie die Sorge, dass ein volatiler Ölmarkt die Gewinne auch im Jahr 2026 belasten könnte. Doch der eigentliche Schock sitzt tiefer: Die Priorität liegt nun eindeutig auf der Sanierung der Bilanz statt auf der direkten Belohnung der Anteilseigner.
Milliardenverlust durch Abschreibungen
Der Blick in die Bücher erklärt den drastischen Strategiewechsel. BP verbuchte im vierten Quartal einen GAAP-Nettoverlust von 3,42 Milliarden US-Dollar. Ursache hierfür waren massive Wertberichtigungen in Höhe von rund 4 Milliarden US-Dollar vor Steuern. Diese Abschreibungen betrafen vor allem Vermögenswerte im Bereich der Erneuerbaren Energien, darunter der US-Biogasproduzent Archaea und das Solar-Unternehmen Lightsource BP.
Zwar erzielte der Konzern operativ einen bereinigten Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten von 1,54 Milliarden US-Dollar, doch das Management zieht die Reißleine. Das Ziel ist ambitioniert: Die Nettoverschuldung soll von aktuell rund 22 Milliarden US-Dollar bis 2027 auf eine Spanne von 14 bis 18 Milliarden gedrückt werden.
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Analysten korrigieren Erwartungen
Freedom Capital steht mit der negativen Einschätzung nicht allein da. Auch die HSBC stufte die Aktie auf „Reduce“ herab und verwies auf verzögerte Wachstumsaussichten. TD Cowen reagierte ebenfalls und senkte das Kursziel von 37,00 auf 35,00 US-Dollar, behielt aber vorerst das „Hold“-Votum bei.
Diese Anpassungen reflektieren die Neuausrichtung unter der künftigen CEO Meg O’Neill, die im April 2026 das Ruder übernimmt. Unter der Devise „Wert vor Volumen“ rücken margenstarke Öl- und Gasprojekte wieder stärker in den Fokus, während teure Experimente auf dem Prüfstand stehen.
Die Sanierung der Bilanz stärkt das Unternehmen zwar fundamental, doch der Wegfall der Aktienrückkäufe entzieht dem Kurs kurzfristig eine wichtige Stütze. Für Investoren verlagert sich der Fokus nun darauf, wie schnell und effektiv der Schuldenabbau unter der neuen Führung tatsächlich umgesetzt wird.
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