Neue CEO, rebellische Aktionäre, außergewöhnliche Handelsergebnisse — BP steht vor einer Woche, die den Kurs des Konzerns für Jahre prägen könnte. Am Donnerstag, den 23. April, treffen sich die Aktionäre zur Hauptversammlung, nur fünf Tage nachdem Meg O’Neill offiziell das Ruder übernommen hat. Drei Tage später folgen die Quartalszahlen.
Die Aktie notiert aktuell bei 6,40 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 26 Prozent zugelegt — einer der stärksten Anstiege unter den europäischen Ölmajoren. Vom 52-Wochen-Tief aus dem April 2025 hat sich der Kurs fast verdoppelt.
Außergewöhnliche Handelsergebnisse — mit einem Haken
Den Rückenwind liefert der Ölmarkt. Brent-Rohöl kostete im ersten Quartal 2026 im Schnitt über 81 Dollar je Barrel — verglichen mit knapp 64 Dollar im Vorquartal. BP selbst beschreibt das Öl-Handelsergebnis für Q1 als „außergewöhnlich“, eine scharfe Kehrtwende gegenüber dem schwachen Abschneiden Ende 2025. Citi-Analysten hoben ihre Gewinnprognose um 20 Prozent an und erwarten nun ein bereinigtes Nettoergebnis von 2,6 Milliarden Dollar für das erste Quartal.
Die Kehrseite: Die Nettoverschuldung dürfte auf 25 bis 27 Milliarden Dollar gestiegen sein, nach 22,2 Milliarden Dollar zum Jahresende 2025. Haupttreiber ist ein massiver Working-Capital-Aufbau. BP hat sich verpflichtet, die Schulden bis Ende 2027 auf 14 bis 18 Milliarden Dollar zu drücken — unter anderem durch den Verkauf von Vermögenswerten im Wert von 20 Milliarden Dollar. Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie an die Klesch Group ist ein konkreter Schritt in diese Richtung und soll rund eine Milliarde Dollar an laufenden Betriebskosten einsparen.
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Governance-Konflikt überschattet den Aufschwung
Das eigentliche Spannungsfeld liegt nicht in den Zahlen, sondern im Aktionärssaal. Auf der Hauptversammlung am 23. April droht dem Board eine empfindliche Niederlage. Die Proxy-Berater Glass Lewis und ISS sowie der Vermögensverwalter Legal & General empfehlen ihren Kunden, gegen mehrere Managementbeschlüsse zu stimmen — darunter die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Albert Manifold und Resolution 23, mit der BP zwei frühere Aktionärsbeschlüsse zu Klimaberichtspflichten aus den Jahren 2015 und 2019 rückgängig machen will. Das britische Pensionsfonds-Netzwerk LAPFF hat sich dieser Empfehlung angeschlossen.
Klimaaktivistengruppe Follow This nennt BPs Vorgehen — das Blockieren einer separat eingereichten Klimaresolution — beispiellos. Beim letzten AGM stimmten bereits über 24 Prozent der Aktionäre gegen den damaligen Vorsitzenden, ein direktes Ergebnis von BPs Rückzug aus früheren Klimaversprechen.
Wie scharf der Gegenwind wird, zeigt sich am Donnerstag. Für O’Neill ist es die erste Bewährungsprobe vor den Eigentümern — und das Ergebnis der Abstimmung dürfte die Glaubwürdigkeit ihres angekündigten Konzernumbaus in zwei Hauptsparten unmittelbar beeinflussen. Die Q1-Zahlen am 28. April liefern dann den nächsten Datenpunkt.
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