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BP Aktie: Politischer Druck wächst

Während Analysten die Kursziele für BP anheben, spitzt sich der Arbeitskampf an einer US-Raffinerie zu. Die neue CEO steht unter politischem Druck, die Aussperrung zu beenden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aussperrung von 800 Mitarbeitern in US-Raffinerie
  • Politiker fordern Rückkehr an Verhandlungstisch
  • Analysten heben Kursziele nach Ölpreisanstieg an
  • Erster Stresstest für neue CEO Meg O'Neill

Für die neue BP-Chefin Meg O’Neill beginnt die Amtszeit mit einer doppelten Herausforderung. Während Analysten ihre Kursziele für den Ölkonzern aufgrund steigender Rohstoffpreise anheben, eskaliert an der Basis ein handfester Arbeitskampf. In der wichtigen Raffinerie in Whiting, Indiana, wächst der politische Druck auf das Management, eine seit Wochen andauernde Aussperrung von hunderten Mitarbeitern zu beenden.

Politik schaltet sich ein

Seit dem 19. März stehen 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter der Whiting-Raffinerie vor verschlossenen Toren. BP verhängte die Aussperrung, nachdem die Gewerkschaft United Steelworkers das finale Vertragsangebot des Unternehmens zweimal abgelehnt hatte. Der Konzern fordert strukturelle Anpassungen, darunter den Abbau von 100 Stellen sowie die Auslagerung von Randbereichen. Die Arbeitnehmervertreter pochen hingegen auf Arbeitsplatzsicherheit und einen fairen Inflationsausgleich.

Inzwischen hat der Konflikt die höchste politische Ebene erreicht. Sowohl US-Kongressabgeordnete als auch Indianas Gouverneur Mike Braun forderten das Management öffentlich auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Politiker warnen vor Risiken für die regionale Treibstoffversorgung und die öffentliche Sicherheit durch eine unzureichende Personaldecke. BP betont allerdings, dass der Betrieb durch speziell geschultes Ersatzpersonal ohne Produktionsausfälle weiterläuft.

Rückenwind von der Wall Street

Abseits der unruhigen Lage in Indiana erhält das Unternehmen deutlichen Zuspruch von Analystenseite. Haupttreiber für den Optimismus sind die gestiegenen Ölpreise infolge der geopolitischen Spannungen. BP profitiert hierbei von seiner Struktur: Jeder Preisanstieg bei Brent-Rohöl um einen US-Dollar spült rund 340 Millionen Dollar zusätzlich in die Kassen. Zudem ist der Konzern weniger stark den Transportrisiken in der Straße von Hormus ausgesetzt als direkte Wettbewerber.

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Mehrere Großbanken haben ihre Kursziele in den vergangenen Tagen nach oben korrigiert:

  • Berenberg: Anhebung von 520 auf 700 Pence (Kaufempfehlung)
  • Citi: Anhebung von 540 auf 680 Pence
  • JPMorgan Chase: Anhebung von 520 auf 600 Pence (Neutrale Bewertung)

Bewährungsprobe für die neue Führung

Für Meg O’Neill, die am 1. April als erste Frau an die Spitze des Ölriesen rückte, ist die Situation ein früher Stresstest. Sie übernimmt einen Konzern, der nach dem strategischen Schwenk in Richtung erneuerbare Energien im Jahr 2020 mit einem Schuldenberg und renditeschwachen Sparten kämpft. Aktuell unterzieht die neue Chefin alle Unternehmensbereiche einer umfassenden Prüfung.

Der Arbeitskampf in den USA liefert nun eine zusätzliche operative und reputationsbezogene Baustelle. Die Gewerkschaft plant bereits, den Konflikt auf die internationale Bühne zu tragen. Für die anstehende Hauptversammlung am 23. April in London sind Protestaktionen angekündigt, die das Management direkt mit den Forderungen der US-Belegschaft konfrontieren werden.

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