BP räumt auf. Der Ölkonzern trennt sich von Führungskräften und verabschiedet sich von ambitionierten Klimaprojekten. Anleger quittierten den Umbau am Freitag mit einem Kursplus von 2,44 Prozent auf 5,79 Euro.
Beben in der Führungsetage
Der Verwaltungsrat verliert überraschend seinen Vorsitzenden Albert Manifold. Ein weiteres Mitglied des Gremiums räumt ebenfalls seinen Posten. Grund dafür sind Zweifel an der Governance und dem Verhalten der Beteiligten. Der aktuelle CEO bleibt im Amt, um den Konzern durch die Umstrukturierung zu führen.
Parallel dazu korrigiert BP seine langfristige Ausrichtung. Das Unternehmen plant den Ausstieg aus wichtigen Projekten zur CO2-Abscheidung in Nordostengland. Damit folgt der Konzern einem Trend der Branche: Investitionen fließen wieder verstärkt in fossile Brennstoffe.
Fokus auf das Kerngeschäft
Das Ziel ist klar definiert. Bis zum Jahr 2030 will BP die Förderung in den USA auf über eine Million Barrel pro Tag steigern. Indes steht nach sechs Jahrzehnten das Engagement in der Nordsee auf der Kippe. Hohe Kosten und britische Sondersteuern drücken auf die Margen. Dort fördert das Unternehmen täglich rund 60.000 Barrel.
Der Rückzug ist Teil einer größeren Strategie. Bis Ende 2027 will BP Vermögenswerte für insgesamt 20 Milliarden US-Dollar verkaufen. Im kommenden Jahr sind Verkäufe von rund 10 Milliarden US-Dollar geplant.
Operativ lief es zuletzt besser als gedacht. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 1,24 US-Dollar die Prognosen der Analysten deutlich. Technisch notiert das Papier zwar unter dem 50-Tage-Schnitt, hält sich aber stabil über der 200-Tage-Linie von 5,56 Euro.
Analysten von Wall Street Zen senkten ihre Einstufung dennoch von „Strong Buy“ auf „Buy“. Die Aktie verlor auf Monatssicht rund zehn Prozent an Wert. Investoren achten nun besonders auf die Nettoverschuldung von 25,3 Milliarden US-Dollar. Das Erreichen der Förderziele in den USA bleibt dabei der wichtigste operative Meilenstein.
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