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BP Aktie: Elliott schweigt, Aktie nicht

Aufsichtsratschef Manifold muss nach nur acht Monaten wegen Governance-Verstößen gehen. Die Aktie reagiert mit deutlichen Kursverlusten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aufsichtsratschef mit sofortiger Wirkung abberufen
  • Schwere Verhaltensvorwürfe als Abgangsgrund
  • Aktienkurs bricht nach Bekanntgabe ein
  • Interimsvorsitzender Tyler übernimmt Führung

Fünf CEOs seit 2020, jetzt der nächste Rauswurf an der Spitze — bei BP häufen sich die Führungswechsel in einem Tempo, das selbst hartgesottene Anteilseigner nervös macht. Aufsichtsratschef Albert Manifold musste gestern mit sofortiger Wirkung seinen Posten räumen. Als Nachfolger übernimmt Ian Tyler, ehemaliger Chef der britischen Baugruppe Balfour Beatty, das Amt als Interimsvorsitzender.

Verhaltensvorwürfe beenden kurze Amtszeit

Manifold war gerade einmal knapp acht Monate im Amt. Der Verwaltungsrat entschied einstimmig, ihn abzuberufen — als Begründung nannte BP „ernsthafte Bedenken hinsichtlich wichtiger Governance-Standards, Aufsichtspflichten und Verhaltensweisen.“ Vier mit der Angelegenheit vertraute Personen beschreiben ein Muster aggressiven und inakzeptablen Verhaltens gegenüber verschiedenen Mitarbeitern. Einem Bericht zufolge hatte ein Whistleblower-Hinweis dem Board genügend Material geliefert, um diese Einschätzung zu bestätigen.

Für die Aktie bedeutete das zunächst einen Einbruch von fast 10 Prozent unmittelbar nach der Bekanntmachung, der Handel wurde kurzzeitig ausgesetzt. Im weiteren Tagesverlauf erholten sich die US-notierten Papiere teilweise — der Verlust stabilisierte sich bei rund 4 Prozent.

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Schwieriges Erbe für den Interimsvorsitzenden

Manifolds Abgang wirft einen langen Schatten auf die laufende Strategie-Neuausrichtung. Sein Vorgänger als CEO, Murray Auchincloss, hatte BP Anfang 2025 auf Kurs zurück zu Öl und Gas gebracht, nachdem das ambitionierte Erneuerbare-Energie-Programm unter dem davor gefeuerten Bernard Looney das Unternehmen in die Schieflage geführt hatte. Looney selbst war 2023 entlassen worden, nachdem er den Vorstand über persönliche Beziehungen zu Mitarbeitern belogen hatte. Auchincloss wiederum verließ BP im Dezember 2025 ohne erkennbaren Grund.

Mit Meg O’Neill, der früheren Woodside-Chefin, steht seit Ende 2025 immerhin die operative Führung fest. Tyler muss nun als Übergangschef die Boardebene stabilisieren, während O’Neill die strategische Wende weiterführt.

Für Aktivist Elliott, der rund 5 Prozent an BP hält und Manifolds Ernennung unterstützt hatte, ist die Lage heikel. Eine Stellungnahme lehnte der Hedgefonds ab. Wie der Fonds nun seine Einflussstrategie anpasst — und ob er die Neubesetzung des Aufsichtsratsvorsitzes aktiv mitgestaltet — dürfte den nächsten Kapitelwechsel bei BP maßgeblich prägen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.