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BP Aktie: Beben in der Chefetage

Nach dem Wechsel an der Konzernspitze verlässt ein weiteres Top-Managementmitglied BP. Die Führungskrise trifft den Energieriesen kurz vor der Hauptversammlung und der Quartalsberichterstattung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Weiterer Top-Manager verlässt BP überraschend
  • Konflikt mit Aktionären vor Hauptversammlung eskaliert
  • Aktie profitiert trotzdem von starkem Ölpreis
  • Erster Quartalsbericht unter neuer Chefin steht an

Der britische Ölkonzern BP kommt personell nicht zur Ruhe. Kurz nach dem Amtsantritt der neuen Konzernchefin Meg O’Neill verlässt nun das nächste Schwergewicht überraschend das Unternehmen. Diese anhaltende Unruhe in der Führungsebene trifft den Energieriesen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da in den kommenden Wochen richtungsweisende Termine anstehen.

Umbruch zur Unzeit

Die bisherige Leiterin des Endkundengeschäfts, Emma Delaney, kehrt dem Konzern nach fast drei Jahrzehnten den Rücken und wechselt im September als Vorstandsvorsitzende zur österreichischen OMV. Bereits ab dem morgigen Montag übernimmt Richard Harding kommissarisch ihre Aufgabenbereiche, zu denen unter anderem das Tankstellennetz und die Ladeinfrastruktur für E-Autos gehören.

Der Abgang verschärft die ohnehin turbulente Übergangsphase bei BP. Erst am 1. April hatte Meg O’Neill als erste externe Führungskraft in der Unternehmensgeschichte den Posten der Vorstandsvorsitzenden übernommen. Sie soll den Konzern nach einem schwierigen strategischen Schwenk in Richtung erneuerbarer Energien wieder auf Kurs bringen, leitet nun aber ein Führungsteam im Umbruch.

Eskalation vor der Hauptversammlung

Neben der personellen Neufindung sieht sich das Management mit wachsendem Widerstand der eigenen Anteilseigner konfrontiert. Für die Hauptversammlung am 23. April zeichnet sich ein handfester Konflikt ab, nachdem BP einen klimapolitischen Aktionärsantrag der Gruppe „Follow This“ von der Tagesordnung gestrichen hat. Der Antrag forderte konkrete Pläne zum Schutz des Unternehmenswerts bei sinkender Öl- und Gasnachfrage.

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Marktbeobachter von Morningstar werten den Ausschluss eines formell zulässigen Antrags als höchst ungewöhnlich. Mehrere Investoren haben bereits angekündigt, aus Protest gegen diesen Eingriff in langjährige Aktionärsrechte gegen wichtige Beschlüsse stimmen zu wollen. Das Management verteidigt sein Vorgehen und verweist auf die Notwendigkeit eines verschlankten Aufsichtsrats für schnellere Entscheidungsprozesse.

Starke Zahlen als Puffer

Ungeachtet der internen Baustellen zeigt sich der Kapitalmarkt derzeit äußerst robust. Die Aktie verzeichnete seit Jahresbeginn ein beachtliches Plus von gut 30 Prozent und ging am Freitag bei 6,60 Euro aus dem Handel. Angetrieben wird diese Entwicklung maßgeblich vom starken Ölpreis, der BP aufgrund seiner vergleichsweise geringen Abhängigkeit von der Krisenregion im Nahen Osten besonders in die Karten spielt. Jeder Dollar Preisanstieg beim Brent-Rohöl spült dem Konzern schätzungsweise 340 Millionen Dollar zusätzlichen Vorsteuergewinn in die Kassen.

Am 28. April präsentiert BP die Zahlen für das erste Quartal. Analysten rechnen dabei mit einem Gewinnsprung von rund 34 Prozent auf 0,71 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von knapp 58 Milliarden Dollar. Dieser Bericht liefert die ersten handfesten Daten, wie effektiv die neue Konzernchefin Meg O’Neill das operative Geschäft in diesem volatilen Marktumfeld steuert.

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