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BP Aktie: Aussperrung mit Folgen

Die Aussperrung von fast 1.000 Mitarbeitern in BPs größter US-Raffinerie zieht politische und operative Kreise, während die Aktie starke Gewinne verzeichnet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aussperrung in größter Raffinerie im Mittleren Westen
  • Politischer Druck und Aktionärsversammlung unter Beobachtung
  • BP-Aktie notiert deutlich über Analystenkonsens
  • Quartalsbericht Ende April als nächster Prüfstein

Seit fast drei Wochen stehen knapp 1.000 Mitarbeiter der BP-Raffinerie im amerikanischen Whiting, Indiana, vor verschlossenen Toren. Die Aussperrung durch BP zieht immer weitere Kreise — politisch, reputationsmäßig und möglicherweise auch operativ.

Ein Streit, der Maßstäbe setzt

Whiting ist die größte Raffinerie im Mittleren Westen der USA und verarbeitet täglich rund 440.000 Barrel Rohöl. Sie versorgt weite Teile des amerikanischen Kernlands mit Benzin, Diesel und Kerosin. Dass ausgerechnet hier ein Arbeitskampf eskaliert, ist kein Randthema.

Die Gewerkschaft United Steelworkers wirft BP unfaire Arbeitspraktiken vor. Streitpunkte sind laut Gewerkschaft der Abbau von rund 100 Stellen, Lohnkürzungen für nahezu alle Positionen sowie ein geplanter Sechsjahresvertrag, der Whiting aus dem branchenüblichen Tarifmuster herauslösen würde. Genau dieses Muster haben in diesem Jahr bereits 30.000 Beschäftigte bei 26 anderen Unternehmen akzeptiert — BP lehnt es ab. Das Raffinerie-Management erklärte, man sei „in keiner Weise verpflichtet, dem Muster zu folgen.“

BP hingegen betont, man habe ein umfassendes Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft zweimal abgelehnt habe. Die Raffinerie werde mit geschultem Personal weiterbetrieben, Produktionsausfälle werden nicht erwartet.

Politischer Druck und ein heikler Aktionärstag

Der Konflikt hat längst die Unternehmensebene verlassen. Indianas Gouverneur Mike Braun stellte sich persönlich an die Streikposten und forderte BP zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Für die Hauptversammlung am 23. April in London werden Aktionen rund um das Gebäude geplant — ein Zeitpunkt, der dem Treffen zusätzliche Aufmerksamkeit bescheren dürfte. Ohnehin steht das AGM unter besonderer Beobachtung: Drei Aufsichtsratsmitglieder scheiden aus, und Satish Pai übernimmt den Vorsitz des Sicherheits- und Nachhaltigkeitsausschusses.

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Starke Kursgewinne trotz Gegenwind

Trotz des Arbeitskonflikts gehörte BP im vergangenen Monat zu den stärksten Werten im FTSE 100 — mit einem Kursanstieg von 24,5 Prozent. Am 2. April schloss die Aktie in London bei 592,20 Pence.

Von 20 Analysten empfehlen sechs den Kauf der Aktie, 13 raten zum Halten, einer zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 514,17 GBP — damit notiert die Aktie aktuell deutlich über dem Analystenkonsens.

Der nächste wichtige Termin ist der Quartalsbericht am 28. April. Analysten erwarten einen Gewinnanstieg je Aktie von rund 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neue CEO Meg O’Neill, die Murray Auchincloss abgelöst hat, hat angekündigt, das Unternehmen „einfacher, schlanker und profitabler“ aufzustellen. Ob der ungelöste Streit in Whiting diesen Kurs belastet, dürfte sich spätestens dann zeigen.

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Diskussion zu BP

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.