Der Streit um die größte Binnenraffinerie der USA hat eine neue Dimension erreicht. Die Gewerkschaft United Steelworkers (USW) hat gegen BP formell eine Klage wegen unlauterer Arbeitspraktiken eingereicht — und wirft dem Konzern vor, rund 1.000 Beschäftigte illegal auszusperren. Damit wird aus einem Tarifkonflikt ein handfester Rechtsstreit.
Aussperrung seit dem 19. März
BP hatte die Belegschaft der Whiting-Raffinerie in Indiana am 19. März ausgesperrt, nachdem monatelange Verhandlungen gescheitert waren. Der vorherige Tarifvertrag war bereits Ende Januar ausgelaufen; eine rollende 24-Stunden-Verlängerung hielt den Betrieb bis dahin am Laufen.
Im Kern geht es um weitreichende Forderungen des Konzerns: Der Abbau oder die Auslagerung von mehr als 100 Stellen, Lohnkürzungen in nahezu allen Berufsgruppen sowie ein Sechsjahresvertrag, der Whiting aus dem nationalen Tarifrhythmus herauslösen würde. Beim Mitgliedervotum lehnten 98,3 Prozent der Belegschaft — bei einer Beteiligung von 94 Prozent — das als endgültig bezeichnete Angebot ab.
USW-Präsidentin Roxanne Brown sprach von einer „inakzeptablen und rechtswidrigen“ Entscheidung. BP hingegen betont, man verhandle in gutem Glauben und könne die Aussperrung beenden, sobald die Gewerkschaft das vorliegende Angebot annehme.
Politischer Druck aus Washington
Der Konflikt hat inzwischen das Weiße Haus erreicht. Peter Navarro, Handelsberater von Präsident Trump, bezeichnete die Aussperrung in einem Beitrag für die Chicago Tribune als „keine lokale Angelegenheit“ — ein Signal, das den Druck auf BP weiter erhöht, während die Kraftstoffpreise im Mittleren Westen bereits angespannt sind.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BP?
Die Raffinerie selbst läuft nach Angaben von BP weiter, betrieben von rund 450 nicht gewerkschaftlich organisierten Angestellten und etwa 100 Wartungsdienstleistern. Jede operative Störung wäre jedoch heikel: Whiting verarbeitet täglich rund 440.000 Barrel Rohöl und versorgt weite Teile des Mittleren Westens mit Benzin, Diesel und Kerosin.
Starke Kursentwicklung, aber keine Schnäppchenpreise mehr
Parallel zum Arbeitskampf agiert BP in einem global angespannten Kraftstoffmarkt. Der Konzern verschifft derzeit Rekordmengen an Ölprodukten in die USA nach Australien, um Lieferausfälle aus Asien zu kompensieren — ausgelöst durch Exportverbote Chinas und Thailands sowie die iranische Blockade der Straße von Hormus. Australiens Wettbewerbsbehörde hat zudem eine Untersuchung gegen BP und andere große Kraftstoffanbieter eingeleitet.
Die BP-Aktie hat von der Ölpreisentwicklung zuletzt deutlich profitiert und gehörte zu den stärksten Werten im FTSE 100. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 17 — etwa auf Höhe des Indexdurchschnitts — ist die früher typische Bewertungsunterschreitung von Öl- und Gasunternehmen verschwunden. Weiteres Aufwärtspotenzial hängt damit stärker als bisher von der operativen Entwicklung ab — und die steht in Whiting gerade auf dem Prüfstand.
BP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BP-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:
Die neusten BP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
