Ein rasanter Anstieg der Ölpreise zwingt die Wall Street zu einer Neubewertung der großen Energiekonzerne. Nachdem die britische Großbank HSBC noch im Februar vor steigenden Schulden gewarnt hatte, vollziehen die Analysten nun eine bemerkenswerte Kehrtwende. Die eskalierende Lage im Nahen Osten verändert die finanziellen Aussichten des Unternehmens grundlegend.
Konkret hob HSBC die Einstufung von „Reduce“ auf „Hold“ an und schraubte das Kursziel um fast 29 Prozent auf 45,30 US-Dollar nach oben. Verantwortlich für diesen Sinneswandel ist ein Angebotsschock auf dem Ölmarkt. Mit einem Brent-Preis, der zeitweise die Marke von 113 US-Dollar überschritt, verschieben sich die mathematischen Grundlagen für die kommenden Jahre massiv.
Bei einem angenommenen Ölpreis von 80 US-Dollar statt bisher 65 US-Dollar sprudeln die Einnahmen deutlich kräftiger. Der operative Cashflow für 2026 dürfte um vier Milliarden US-Dollar höher ausfallen als zuvor kalkuliert. Das hat direkte Auswirkungen auf die Bilanz. Die Experten gehen nun davon aus, dass die Nettoverschuldung bis Ende 2026 auf neun Milliarden US-Dollar sinken wird. Damit würde der Konzern sein eigenes Zielband von 14 bis 18 Milliarden US-Dollar deutlich unterbieten.
Diese verbesserten Aussichten spiegeln sich auch in der jüngsten Kursentwicklung wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier bereits ein Plus von rund 27 Prozent und ging am Freitag bei 6,45 Euro aus dem Handel.
Operative Fortschritte und Kostensenkungen
Neben dem makroökonomischen Rückenwind meldet der Konzern auch operative Erfolge. In Angola startete diese Woche die Gasförderung im Quiluma-Feld, einem Gemeinschaftsprojekt mit Eni. Die Anlage soll bis Ende 2026 eine Kapazität von 330 Millionen Standardkubikfuß pro Tag erreichen und sowohl den heimischen Markt als auch den Export bedienen.
Gleichzeitig drückt das Management weiter auf die Ausgabenbremse. Das Ziel für strukturelle Kostensenkungen bis 2027 wurde auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar angehoben. Dies entspricht etwa 30 Prozent der Kostenbasis aus dem Jahr 2023.
Konflikt um Klimaziele
Abseits der finanziellen Erfolge braut sich ein Konflikt mit den Anteilseignern zusammen. Eine Gruppe von institutionellen Investoren, die ein Vermögen von über einer Billion Euro verwalten, wirft dem Management vor, Aktionärsrechte zu beschneiden. Hintergrund ist die Weigerung des Unternehmens, eine Klimaresolution für die anstehende Hauptversammlung zuzulassen.
Die Resolution fordert Klarheit darüber, wie der Unternehmenswert bei einer sinkenden Nachfrage nach Öl und Gas geschützt werden soll. Das Management beruft sich bei der Ablehnung auf rechtliche Vorgaben und verweist auf die bestehende Strategie zur langfristigen Wertsteigerung.
Auf der Hauptversammlung am 23. April müssen sich die Verantwortlichen nun den kritischen Fragen der institutionellen Investoren stellen. Bis zu diesem Termin bilden die anhaltend hohen Ölpreise und die deutlich angehobenen Gewinnprognosen der Analysten das fundamentale Fundament für die aktuelle Bewertung.
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