Wenige Tage vor dem Amtsantritt der neuen Konzernchefin Meg O’Neill steht BP unter doppeltem Druck. Während der Energiekonzern intern auf Kurs gebracht werden soll, eskaliert ein Rechtsstreit mit institutionellen Aktionären — mit einer Frist, die am 1. April ausläuft.
Aktionäre drohen mit dem High Court
16 institutionelle Investoren mit einem verwalteten Vermögen von über einer Billion Euro haben gemeinsam eine Resolution eingereicht, die BP darlegen soll, wie der Konzern bei sinkender Öl- und Gasnachfrage Aktionärswert schafft. BP hat diese Resolution aus der Einladung zur Hauptversammlung am 23. April herausgehalten — obwohl das gesetzliche Einreichungsquorum nach dem UK Companies Act 2006 erfüllt war.
Die Anwaltskanzlei Mishcon de Reya bezeichnete das Vorgehen als „pauschale Ausschlusspolitik“ und warnte, es verstoße gegen gesetzliche Aktionärsrechte. Aktionäre müssen mindestens 21 klare Tage vor der Hauptversammlung über Resolutionen informiert werden — BP bleibt also bis zum 1. April Zeit, die Resolution zu zirkulieren. Kommt das Unternehmen dem nicht nach, droht die Aktivistengruppe Follow This mit einer Klage, die bis zum High Court eskalieren und zu Bußgeldern für die Direktoren führen könnte.
BP hält dagegen: Der Vorstand habe nach rechtlicher Beratung entschieden, dass die Resolution ungültig sei, da sie als Weisung an den Vorstand keine rechtliche Wirkung entfalten würde. Einen modernen Präzedenzfall für eine solche Verweigerung bei einem FTSE-100-Unternehmen gibt es laut Follow This nicht. Shell hat eine vergleichbare Resolution akzeptiert und wird sie auf seiner Hauptversammlung am 19. Mai zur Abstimmung stellen.
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Neue Chefin, alte Konflikte
Meg O’Neill übernimmt das Ruder am 1. April — als erste Frau an der Spitze eines der großen globalen Ölkonzerne und als vierte CEO von BP innerhalb von sechs Jahren. Zuletzt führte sie Woodside Energy zum größten an der australischen Börse notierten Energieunternehmen, unter anderem durch die Übernahme von BHP Petroleum International.
Auf der Hauptversammlung am 23. April wird sie bereits in ihrer neuen Rolle präsent sein. Neben dem Follow-This-Streit empfiehlt der Vorstand den Aktionären, gegen Resolution 24 zu stimmen — eingereicht von Investoren, die mehr Transparenz über die Rentabilität neuer Öl- und Gasprojekte fordern. Beim letztjährigen AGM stimmten fast 25 Prozent der Aktionäre gegen den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Helge Lund, was letztlich zu den Führungswechseln beitrug.
O’Neill tritt ihr Amt also in einem Klima an, das von ungelösten Governance-Fragen geprägt ist — und der Ausgang des Rechtsstreits vor dem 1. April dürfte die Stimmung auf der Hauptversammlung maßgeblich beeinflussen.
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