Der Ton zwischen Washington und Ottawa wird schärfer – und Bombardier steckt mitten im Konflikt. Erst am Montag hatte Donald Trump gedroht, den Verkauf von Bombardier-Jets in den USA zu blockieren. Nun folgt die nächste Eskalationsstufe im Zollstreit, die das Risiko für den kanadischen Flugzeughersteller zusätzlich erhöht.
Neue Zollrunde trifft breite Warenpalette
Seit Dienstag erhebt Kanada auf Hunderte US-Produkte zusätzliche Zölle zwischen 15 und 50 Prozent – Ottawas Antwort auf US-Abgaben, die nach gescheiterten Verhandlungen Ende August in Kraft getreten waren. Washington reagierte umgehend mit weiteren Zöllen und kündigte zum 29. September zusätzlich Importverbote an, die unter anderem Fahrzeugprodukte betreffen.
Trump unterzeichnete fünf Proklamationen auf Basis von Section 338 des Tariff Act von 1930, die zusätzliche Aufschläge von bis zu 50 Prozent sowie Einfuhrverbote ermöglichen. Zum 15. September wird zudem die Liste der mit 50-Prozent-Zöllen belegten Waren erweitert.
Für Bombardier bedeutet das ein Umfeld, in dem politische Drohungen jederzeit in konkrete Handelsbeschränkungen münden können – die angedrohte Blockade des US-Verkaufs von Bombardier-Jets fügt sich in dieses Muster ein.
Politischer Druck bleibt hoch
Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen beiden Ländern macht die Situation heikel. Mehr als 70 Prozent der kanadischen Warenexporte gingen 2025 in die USA, der bilaterale Handel summierte sich auf rund 872 Milliarden US-Dollar.
Kanadas Premierminister Mark Carney signalisiert unterdessen, wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen, statt einen aus seiner Sicht schlechten Deal zu akzeptieren – seine Zustimmungswerte sind zuletzt deutlich gestiegen.
Für Bombardier bleibt die konkrete Ausgestaltung der angedrohten Verkaufsbeschränkung offen. Bislang handelt es sich um eine politische Drohung, keine bestätigte Maßnahme – die weitere Zollrunde zum 29. September dürfte aber zeigen, wie ernst Washington es mit einer Eskalation im Luftfahrtsektor meint.
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