Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Boeing Aktie: Zwei Baustellen

Boeing Aktie: Zwei Baustellen

Boeing erhält wichtigen Auftrag zur Modernisierung der C-17-Flotte bis 2075, sieht sich aber gleichzeitig neuen Spannungen mit der Ingenieursgewerkschaft SPEEA gegenüber.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Cockpit-Modernisierung für C-17A-Transportflugzeuge
  • Auftrag sichert Einsatzfähigkeit bis ins Jahr 2075
  • Gewerkschaft kritisiert mögliche Verlagerung von Aufgaben
  • Gemischte Signale aus Quartalszahlen und neuen Bestellungen

Boeing sammelt Rückenwind aus dem Verteidigungsgeschäft – und fängt sich gleichzeitig neuen Gegenwind von der Arbeitnehmerseite ein. Ein wichtiger Auftrag der US-Luftwaffe stärkt die Perspektive für die C-17-Flotte über Jahrzehnte. Doch Berichte über mögliche Verlagerungen von Aufgaben nach South Carolina bringen die Ingenieursgewerkschaft SPEEA wieder in Stellung.

C-17-Auftrag bringt Planungssicherheit

Gestern hat Boeing einen bedeutenden Auftrag der US Air Force gemeldet: Es geht um die Modernisierung der Cockpits der C-17A Globemaster III. Das Programm soll die Transportflugzeuge bis 2075 einsatzfähig und technisch sinnvoll betreibbar halten.

Kern der Vereinbarung ist ein umfassendes Flight-Deck-Upgrade. Boeing übernimmt dabei Design, Fertigung und Integration der neuen Lösung. Veraltete Avionik soll durch eine modulare „Open Systems“-Architektur (MOSA) ersetzt werden. Der Vorteil: Künftige Fähigkeits-Updates lassen sich schneller und kostengünstiger nachrüsten, weil die Architektur offener und austauschbarer angelegt ist.

Für die Missionscomputer-Technologie hat Boeing Curtiss-Wright als Zulieferer ausgewählt. Der Subauftrag hat ein Volumen von mehr als 400 Millionen US-Dollar – ein Hinweis auf die Größenordnung des Gesamtprojekts. Boeing-Manager Travis Williams bezeichnete die Modernisierungs-Roadmap als zentral, um das Problem der Avionik-Überalterung zu lösen und die Leistungsfähigkeit der Flotte langfristig zu sichern.

Wichtige Punkte auf einen Blick:
Auftragsinhalt: Cockpit-Modernisierung für C-17A
Zeithorizont: Einsatzfähigkeit bis 2075
Partner: Curtiss-Wright liefert Missionscomputer (Subvertrag > 400 Mio. USD)

Gewerkschaft warnt vor Verlagerung

Parallel dazu gibt es neue Spannungen mit der SPEEA, die Ingenieurs- und Technikbeschäftigte vertritt. Auslöser sind Berichte von Anfang dieser Woche, wonach Boeing bestimmte Aufgabenpakete an den Standort in South Carolina verlagern will – also in Bereiche ohne gewerkschaftliche Organisation.

Die Gewerkschaft sieht dadurch die Jobsicherheit gefährdet und befürchtet Stellenabbau im Bundesstaat Washington, wo traditionell ein großer Teil der Engineering-Kompetenz sitzt. Hintergrund ist ein bereits belastetes Verhältnis der vergangenen zwei Jahre, in dem es auch zu Streiks kam. Wie stark kann dieser Konflikt den Kurs überlagern? Kurzfristig wirkte die Aktie zuletzt robust – offenbar auch, weil die positiven Nachrichten aus dem Verteidigungsbereich die Umbau-Sorgen teilweise ausgleichen.

Einordnung: Gemischter Februar-Start

Im Februar 2026 zeigt sich bei Boeing ein gemischtes Bild. Zuletzt übertraf das Unternehmen im vierten Quartal die Analystenerwartungen beim Gewinn je Aktie, während die Umsatzzahlen ein weniger eindeutiges Bild der Erholung zeichneten.

Der neue Air-Force-Auftrag stärkt zudem den Auftragsbestand. Anfang des Monats kam außerdem ein kommerzieller Erfolg hinzu: Air Cambodia bestellte bis zu 20 Jets vom Typ 737 MAX (737-8) – die erste Boeing-Bestellung der Airline.

Die Quartalszahlen für Q4 2025 hatte Boeing am 27. Januar veröffentlicht; der Auftrag von Air Cambodia wurde am 3. Februar gemeldet.

Anzeige

Boeing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Boeing-Analyse vom 10. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Boeing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Boeing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Boeing: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Boeing

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.