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Symbolbild, KI-generiert

Boeing Aktie: Zeitplan rutscht, Kurs auch

Der spätere Produktionsanstieg der 737 und schwächere Cashflow-Erwartungen belasteten Boeing trotz positiver Entwicklungen bei Aufträgen und Verteidigung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert gut zehn Prozent
  • 737-Ausstoß bleibt bei 47 Jets monatlich
  • Hochlauf auf 52 Maschinen erst 2027
  • Auftragsbestand erreicht 745 Milliarden Dollar

Die Zahlen für das dritte Quartal waren durchwachsen, die Reaktion war es nicht. Boeing schloss am Dienstag gut zehn Prozent tiefer bei 168,18 Dollar und markierte damit ein frisches 52-Wochen-Tief. Den Ausschlag gaben weniger die Quartalsergebnisse als die Aussagen zu Produktion und Cashflow.

Was die Anleger störte

Boeing meldete einen bereinigten Verlust je Aktie von 0,34 Dollar, erwartet worden waren 0,24 Dollar. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 24,2 Milliarden Dollar, getragen vor allem von der Rüstungssparte. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 116 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte eine Milliardenbelastung für die 777X noch zu einem Quartalsverlust von 5,3 Milliarden Dollar geführt.

Die Aktie geriet erst im Handelsverlauf massiv unter Druck. Nach moderatem Start rutschte sie unter das frühere Tief seit November 2025 und fiel auf das niedrigste Niveau seit April 2025. Für Boeing könnte es der schwächste Handelstag seit rund 18 Monaten gewesen sein.

Der Grund: Die Produktion der 737 hängt bei 47 Maschinen pro Monat fest. Konzernchef Kelly Ortberg räumte ein, die Stabilisierung des Flügelfertigungssystems dauere länger als gedacht. Der Hochlauf auf 52 Jets pro Monat beginnt nun erst in der zweiten Hälfte 2027. Das Ziel von 500 Auslieferungen in diesem Jahr wird verfehlt.

Hinzu kommt der Cashflow-Ausblick. Jefferies-Analystin Sheila Kahyaoglu verwies darauf, dass Boeing für 2027 bis 2029 mit Zuflüssen unterhalb der Konsenserwartungen plane. Das Unternehmen hält an seinen Zielen fest: rund 2 Milliarden Dollar freier Cashflow 2026, bis 2029 steigend auf 10 Milliarden Dollar.

Lichtblicke im Zahlenwerk

Positiv fiel die Barmittelentwicklung auf. Der freie Cashflow lag bei 464 Millionen Dollar, obwohl rund 700 Millionen Dollar für eine Einigung mit dem US-Justizministerium abflossen. RBC-Analyst Ken Herbert nannte den Cashflow das Beste am Bericht.

Die Verteidigungssparte wuchs um knapp 15 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar. Sie gewann den Auftrag der US-Marine für den Kampfjet F/A-XX. Zudem lieferte Boeing 161 Verkehrsflugzeuge aus, so viele wie seit 2018 nicht mehr. Der Gesamtauftragsbestand erreichte mit 745 Milliarden Dollar einen Rekord.

Langenberg stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 250 Dollar. Er verwies auf den Auftragsbestand und den niedrigeren Börsenwert als Einstiegschance. Die Analystenziele insgesamt reichen von 206 bis 305 Dollar.

Schwache Gewinnschätzungen

Die Gewinnerwartungen sinken spürbar. Die Schätzungen je Aktie wurden binnen 30 Tagen um gut 37 Prozent gekappt, Analysten drücken also vor allem die Margenerwartungen, nicht die Umsatzprognosen. Die Verschuldung von 45,9 Milliarden Dollar bleibt hoch, die Kreditwürdigkeit liegt am unteren Ende des Investment-Grade-Bereichs.

Der nächste Test folgt mit den Zahlen zum vierten Quartal. Dann zeigt sich, ob die 737-Produktion bei 47 Jets stabil läuft und das Cashflow-Ziel von rund 2 Milliarden Dollar für 2026 hält. Für das Schlussquartal erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von lediglich 0,03 Dollar.

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