Diese Woche könnte für Boeing mehr bewegen als jede Quartalszahl. Während Xi Jinping in Washington empfangen wird, hofft der Flugzeugbauer auf etwas, das seit Monaten aussteht: verbindliche Verträge für die im Mai zugesagten 200 Maschinen.
Der China-Deal als offener Punkt
Die Zusage aus dem Mai steht bis heute ohne Unterschrift da. Beim Staatsbesuch, der am Mittwoch mit Xis Landung auf der Joint Base Andrews beginnt und bis Freitag dauert, könnte sich das ändern.
Neben möglichen Zollerleichterungen für chinesische Waren im Wert von rund 30 Milliarden Dollar gilt Boeing als einer der direktesten Nutznießer eines möglichen Handelsabkommens. Ein Durchbruch gilt unter Beobachtern als unwahrscheinlich, die Themen Iran und Taiwan könnten die Gesprächsatmosphäre zusätzlich belasten.
Charttechnisch steht die Aktie an einem Punkt, an dem die China-Fantasie messbar wird. Das 52-Wochen-Hoch bei 254 Dollar markiert die Widerstandszone, während das Jahrestief bei 177 Dollar als Unterstützung dient. Fällt dieses Tief, wäre die Erwartung auf neue China-Order aus dem Kurs weitgehend verschwunden. Seit Jahresbeginn notiert Boeing im Minus.
Operative Fortschritte abseits der großen Bühne
Neben dem Gipfel-Poker laufen die operativen Geschäfte weiter. Die Ingenieursgewerkschaft SPEEA hat ihren Mitgliedern empfohlen, Boeings jüngstes Vertragsangebot anzunehmen — ein Vierjahresvertrag mit höheren Lohnsteigerungen als das erste Angebot, das im August noch abgelehnt worden war. Ein Streik-Risiko bei den Technikkräften rückt damit in den Hintergrund.
Parallel sicherte sich Boeing einen Auftrag der US-Luftwaffe über 33,4 Millionen Dollar für die Avionik-Integration der C-17-Transportflugzeuge. Das Projekt läuft in Oklahoma City und soll bis April 2032 abgeschlossen sein. Der Auftrag wurde im Rahmen einer Einzelvergabe erteilt und aus Mitteln des Fiskaljahres 2026 finanziert.
Für sich genommen bewegen weder der Militärauftrag noch die Gewerkschaftseinigung den Kurs nennenswert. Die eigentliche Frage bleibt der Ausgang der Gespräche in Washington bis Freitag — und ob Boeing dabei endlich die China-Order in verbindliche Verträge umwandeln kann.
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