Analysten und Anleger blicken mit spürbarem Optimismus auf Boeing – und das nur wenige Tage vor einem entscheidenden Quartalsbericht. Mehrere große Häuser haben ihre positive Einschätzung untermauert und verweisen auf steigende Produktion und anhaltend starke Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen. Im Kern geht es darum, ob Boeing den operativen Turnaround nun auch in den Zahlen sichtbar machen kann.
Optimistische Stimmen von der Wall Street
Am Freitag haben mindestens zwei große Investmenthäuser ihre positive Sicht auf Boeing bekräftigt. Besonders deutlich wurde Bernstein-Analyst Douglas Harned: Er kürte den Konzern zu seiner „Top-Aerospace-Wette für 2026“. Als Hauptgründe nennt er die beschleunigte Produktion der Modelle 737 und 787 sowie eine verbesserte operative Umsetzung.
Harned betont, dass die Nachfrage nach neuen Flugzeugen das Angebot weiter klar übersteigt. Das verschafft Boeing Preissetzungsmacht und schafft die Grundlage für einen kräftigeren Mittelzufluss in den kommenden Jahren.
Auch UBS-Analyst Gavin Parsons bleibt klar positiv und bestätigte seine Kaufempfehlung. Er verweist auf konkrete Fortschritte im 787-Programm. So hätten sich die Frachtflüge, mit denen Bauteile für die Dreamliner-Fertigung transportiert werden, deutlich erhöht – ein Hinweis darauf, dass die Produktion näher an die angestrebten Zielraten heranrückt.
Diese Einschätzungen setzen den Rahmen für die anstehenden Zahlen zum vierten Quartal 2025, die Boeing am Dienstag vor Börsenbeginn vorlegen will.
Die Erwartungen an das Quartal
Beim Blick nach vorn ist die Ausgangslage klar definiert: Der Markt rechnet mit einer deutlichen Verbesserung der Ergebnislage, auch wenn Boeing voraussichtlich noch rote Zahlen schreibt.
Die Konsensschätzungen an der Wall Street sehen für das vierte Quartal einen stark verkleinerten Verlust von rund 0,43 bis 0,45 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei 5,90 US-Dollar je Aktie – ein massiver Abstand, der die erwartete operative Erholung widerspiegelt.
Auf der Umsatzseite kalkulieren Analysten mit einem Sprung von etwa 46 Prozent auf rund 22,25 bis 22,48 Milliarden US-Dollar. Treiber sind die hochgefahrene Auslieferung von 737- und 787-Jets und die insgesamt robusten Flugzeugbestellungen der Airlines.
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Börslich spiegelt sich die bessere Stimmung bereits wider: Die Aktie markierte am Freitag mit 252,15 US-Dollar ein neues 52‑Wochen-Hoch und liegt damit rund 100 Prozent über dem Tief vom April 2025.
Produktion, Cashflow und Regulierung im Fokus
Die positive Analystenstimmung passt zu Boeings Versuch, die operativen Probleme der vergangenen Jahre hinter sich zu lassen. Im Zentrum steht der Hochlauf der 737- und 787-Programme. Beide Baureihen sind entscheidend, um die Marge zu verbessern und einen stabilen freien Cashflow zu erzielen.
Das Management peilt für 2026 einen positiven freien Cashflow im niedrigen einstelligen Milliardenbereich an. Gelingt dieser Sprung, wäre das ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zurück zu einem nachhaltig profitablen Geschäftsmodell.
Parallel dazu bleibt der regulatorische Rahmen ein zentrales Thema. Anfang Januar hat die US-Luftfahrtbehörde FAA den 737 MAX 10 für die nächste Phase der Zertifizierungsflugtests zugelassen. Für die größte Variante der MAX-Familie ist das ein klarer Fortschritt.
Gleichzeitig machte die FAA am 22. Januar unmissverständlich klar, dass die Verantwortung für die noch ausstehenden Arbeiten zur Zulassung der 737‑7 und 737‑10 bei Boeing selbst liegt. Diese Mahnung verdeutlicht, dass die Zeitpläne für die Zertifizierung weiter unter genauer Beobachtung stehen und Verzögerungen unmittelbare Folgen für Auslieferungen und Cashflow haben könnten.
Was der Markt am Dienstag hören will
Der unmittelbare Kurstreiber wird der Zahlenbericht am Dienstag, 27. Januar, samt Ausblick des Managements sein. Neben Umsatz und Ergebnis dürften Investoren vor allem auf die Detailaussagen für das Jahr 2026 achten.
Wichtige Punkte dabei sind:
– Konkrete Zielgrößen für Flugzeugauslieferungen insgesamt
– Produktionspläne für 737 und 787, inklusive Zeitablauf und Rate
– Aktualisierte Prognosen zur freien Cashflow-Generierung
– Neue Angaben zum Stand der Zertifizierung von 737 MAX 7 und MAX 10
Angesichts der starken Kursentwicklung im Januar wird der Bericht darüber entscheiden, ob der aktuelle Aufwärtstrend Substanz hat. Liefert Boeing klar nachvollziehbare Fortschritte bei Produktion, Cashflow und Zertifizierung, könnten die jüngsten Gewinne fundamental untermauert werden; bleiben diese Signale aus, wäre die Erwartungshaltung der Analysten vorerst zu ambitioniert gewesen.
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