Boeing meldet sich mit gleich zwei wichtigen Erfolgsmeldungen im zivilen Flugzeuggeschäft zurück. Ein höheres Kursziel von Analystenseite und ein zentraler Fortschritt bei der Zulassung des 737 MAX 10 treffen auf einen Großauftrag einer US-Airline. Im Hintergrund bleibt der schwierige finanzielle Wiederaufbau, doch der Fokus der Anleger verschiebt sich spürbar hin zur Erholung im Kerngeschäft.
Analysten-Schub und FAA-Meilenstein
Auslöser der positiven Kursreaktion zum Wochenschluss waren zwei Nachrichten, die das Vertrauen in den Turnaround im Verkehrsflugzeuggeschäft stärken.
Zum einen hat das Analysehaus Baird sein Kursziel für Boeing von 250 auf 300 US‑Dollar angehoben und das Rating „Outperform“ bestätigt. Das neue Ziel signalisiert aus Analystensicht ein deutliches Potenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Begründet wird der Schritt mit einer besseren Auslieferungsdynamik und mehr strategischer Klarheit nach jüngsten Managemententscheidungen.
Parallel dazu kam ein entscheidender Fortschritt von regulatorischer Seite: Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte am 9. Januar die sogenannte Type Inspection Authority (TIA) für die 737 MAX 10. Damit darf der Jet in die „Phase 2“ der Zertifizierungsflugtests eintreten, bei denen FAA-Mitarbeiter die Maschine in Validierungsflügen selbst prüfen – ein Pflichtschritt vor der finalen Zulassung.
Die MAX 10 ist Boeings Antwort auf den Airbus A321neo und zentral für die Positionierung im Markt großer Single-Aisle-Flugzeuge. Das Programm war von Verzögerungen und technischen Nacharbeiten, etwa beim Enteisungssystem der Triebwerke, geprägt. Die TIA zeigt, dass diese technischen Hürden nach Einschätzung der Behörde ausreichend adressiert sind und die Zertifizierung vorankommt.
Großauftrag stützt zivilen Schwerpunkt
Bereits zu Wochenbeginn konnte Boeing einen wichtigen Vertrauensbeweis von Kundenseite verbuchen. Alaska Airlines finalisierte am 7. Januar die größte Bestellung ihrer Unternehmensgeschichte: Insgesamt 110 Boeing-Flugzeuge, darunter 105 Exemplare der 737 MAX 10 und fünf 787 Dreamliner.
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Damit erhält ausgerechnet das Modell, das jetzt den nächsten Zulassungsschritt geschafft hat, einen massiven kommerziellen Rückhalt. Für Boeing ist der Deal mehr als nur Volumen: Eine langjährige Boeing-Kundin bindet sich mit einem Großteil ihrer zukünftigen Flotte erneut an den Konzern und stützt damit die Produktstrategie im Kurz- und Mittelstreckenbereich.
Diese Fortschritte im zivilen Geschäft halfen dem Titel, sich von der Unruhe im Rüstungssektor abzusetzen. Wettbewerber wie Lockheed Martin und RTX litten zuletzt unter politischen Kommentaren von Präsident Trump, der ein mögliches Verbot von Aktienrückkäufen und Dividenden für Rüstungsunternehmen ins Spiel brachte – trotz der Diskussion um ein Militärbudget von 1,5 Billionen US‑Dollar für 2027. Während reine Defense-Werte unter diesen Äußerungen litten, stand bei Boeing die Story der kommerziellen Erholung im Vordergrund.
Fundament und Technik: Erholung mit Risiko
Finanziell befindet sich Boeing weiter in einer anspruchsvollen Aufholphase. Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 30,4 Prozent auf 23,27 Milliarden US‑Dollar, vor allem dank höherer Auslieferungszahlen. Die Ergebnisseite bleibt dennoch belastet, was die Balance zwischen Wachstum, Qualitätssicherung und Schuldenabbau schwierig macht.
An den Märkten richtet sich der Blick nun auf Dienstag, den 27. Januar 2026. Dann legt das Unternehmen die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vor. CEO Kelly Ortberg, der seit Ende 2024 den Kulturwandel im Konzern vorantreibt, dürfte dabei auch einen aktualisierten Ausblick auf die Produktion der 737 MAX-Reihe liefern. Für diese hat die FAA zuletzt den Weg für eine Anhebung der Fertigungsrate auf 42 Maschinen pro Monat freigemacht – ein wichtiger Hebel für Umsatz und Margen, sofern die Lieferkette Schritt hält.
Charttechnisch wirkt das Bild kurzfristig konstruktiv. Die Boeing-Aktie beendete die Woche bei 234,53 US‑Dollar und sitzt damit exakt auf einem neuen 52‑Wochen-Hoch. Im Vergleich zum 50‑Tage-Durchschnitt von 185,17 US‑Dollar hat sich der Kurs klar nach oben abgesetzt, was die jüngste Stärke unterstreicht.
Wie tragfähig dieser Rückenwind ist, dürfte sich mit den anstehenden Geschäftszahlen und konkreteren Aussagen zu Produktion, Cashflow und Risikoprofil im weiteren Jahresverlauf zeigen. Anleger bekommen damit in wenigen Wochen eine wichtige Standortbestimmung für die laufende Erholung im Kerngeschäft.
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