Boeing liefert Anlegern zum Wochenschluss gleich zwei handfeste Signale: weniger Mängel in der Lieferkette und ein starker Jahresstart bei Bestellungen. Dazu kommen konkrete Pläne für mehr Kapazität in Everett. Doch wie schnell lässt sich das in höhere Auslieferungen übersetzen, ohne dass die Sicherheitsdebatte wieder aufflammt?
Lieferkette: Mängel gehen spürbar zurück
Das Management legte gestern ein Update zur Fertigungsqualität vor. Laut Senior Vice President Ihssane Mounir (Reuters) sank die Zeit, um Probleme in der Lieferkette zu beheben, um 40% gegenüber dem Niveau von 2024. Das deutet darauf hin, dass die operativen Reformen der letzten zwei Jahre im Produktionssystem greifen.
Ein Schlüssel ist Spirit AeroSystems, das Boeing im Dezember 2025 wieder übernommen hat, um die Rumpfproduktion stärker zu kontrollieren. Seit verschärfte Inspektionen 2024 starteten, soll die Fehlerquote bei Spirit-Komponenten um 60% gefallen sein. Für den Konzern ist das zentral: Nur mit stabiler Qualität kann Boeing die Auslieferungen hochfahren, ohne bei Sicherheit und regulatorischer Akzeptanz neue Baustellen zu riskieren.
Everett-Ausbau: Neue 737-MAX-Linie geplant
Parallel treibt Boeing den Kapazitätsausbau voran. Wie der Seattle Times zufolge berichtet und diese Woche vom Programm-Management bestätigt wurde, soll im Sommer 2026 in Everett eine vierte 737-MAX-Endmontagelinie starten – die sogenannte „North Line“.
Die Linie entsteht in einem früheren Werk für Großraumflugzeuge und ist auf die Variante 737 MAX 10 ausgerichtet. Aktuell liegt die Produktion bei rund 38 bis 42 Jets pro Monat. Langfristig peilt Boeing 63 Flugzeuge pro Monat an. Für die neue Fertigung laufen bereits Einstellungen in Produktion, Qualität und Lieferkette.
Jahresstart: Viele Orders, mehr Auslieferungen als Airbus
Zusätzlichen Rückenwind lieferte die operative Januar-Bilanz. Laut Parameter verbuchte Boeing im Januar 2026 103 Netto-Bestellungen. Die Auslieferungen lagen bei 46 Flugzeugen und damit über dem Hauptkonkurrenten Airbus. Enthalten waren 38 Maschinen der 737 MAX sowie fünf 787 Dreamliner.
Die Börse reagierte auf die Kombination aus Qualitätsdaten und operativen Zahlen freundlich: Die Aktie legte heute um rund 2% zu. Am Markt wird vor allem die messbare Reduktion von Mängeln als Hinweis gewertet, dass die teuren Störungen der Vorjahre nachlassen.
Wichtige Fakten im Überblick
– Lieferkette: Behebungszeit -40% vs. 2024; Spirit-Defekte -60% seit 2024-Inspektionen
– Kapazität: Neue „North Line“ in Everett geplant, Start Sommer 2026
– Produktion: Von aktuell ~42/Monat langfristig auf 63/Monat
– Januar-Daten: 103 Netto-Orders, 46 Auslieferungen
– Investitionen: CapEx-Prognose 2026 bei rund 4 Mrd. USD (2025: 2,9 Mrd. USD)
Zum CapEx-Anstieg passt auch der politische Druck: Laut The Globe and Mail drängt das Weiße Haus Rüstungskonzerne stärker auf pünktliche Auslieferungen und Reinvestitionen. CEO Kelly Ortberg verwies in diesem Umfeld auf den intensiven Fokus staatlicher Kunden auf die Umsetzung der Programme.
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