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Boeing Aktie: Ortberg setzt auf Qualität statt Tempo

Boeing-Chef Ortberg priorisiert stabile Prozesse und Qualität über Tempo. Der Auftragsbestand von 6.200 Flugzeugen sichert die Auslastung bis 2030.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fokus auf stabile Fertigungsprozesse
  • 737-Max-Produktion soll auf 52 steigen
  • 777X-Zertifizierung bis Ende 2026 angestrebt
  • Kein neues Flugzeugprogramm in Sicht

Boeing-Chef Kelly Ortberg klingt erstmals seit Jahren wieder optimistisch — und erklärt dabei, warum ein schneller Produktionshochlauf für ihn nicht die oberste Priorität ist.

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreibt Ortberg einen Konzern, der nach selbst verschuldeten Qualitsproblemen wieder Tritt fasst. „Ich denke, wir kriegen die Kurve“, sagt er. 2025 sei ein starkes Jahr bei den Neuaufträgen gewesen — der Auftragsbestand umfasst inzwischen 6.200 Flugzeuge. Bis zum Ende des Jahrzehnts sei Boeing schlicht ausverkauft.

Produktion: Stabiltät vor Geschwindigkeit

Die gedeckelte 737-Max-Fertigung soll auf monatlich 52 Flugzeuge steigen — von derzeit 42 über eine Zwischenstufe bei 47. Wann genau das erreicht ist, lässt Ortberg offen. „Vielleicht zum Jahresende“, sagt er, betont aber, der genaue Zeitpunkt sei nicht entscheidend. Essenziell seien stabile Prozesse und hohe Qualität.

Den Wettbewerb mit Airbus will Ortberg explizit nicht als Maßstab nehmen. Das Überholen des europäischen Rivalen sei „im Moment nicht unser eigentliches Ziel“. Stattdessen stehe die eigene Leistung im Vordergrund — eine Haltung, die nach Jahren des Krisenmanagements fast schon bescheiden wirkt.

777X und Zukunftsprogramme

Beim Langstreckenjet 777X strebt Ortberg die Zertifizierung noch bis Ende 2026 an. Erstkunde Lufthansa plant den Einsatz ab 2027. Die Zulassung des 777X wird nach der noch ausstehenden Zertifizierung der 737 Max 7 erwartet, die Reihenfolge ist damit gesetzt.

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Ein vollständig neu entwickeltes Passagierflugzeug schließt Ortberg auf absehbare Zeit aus. Finanziell stehe Boeing noch nicht so da, um ein neues Flugzeugprogramm stemmen zu können. Obendrein reife die nötige Technologie noch, und Airlines fragten die bestehenden Typen weiterhin stark nach.

Der Hintergrund für diese Zurückhaltung ist bekannt: Die Lieferverzögerungen bei Boeing und Airbus zwingen Airlines weltweit, ältere und weniger treibstoffeffiziente Maschinen länger zu betreiben — ein Problem, das angesichts gestiegener Kerosinpreise zusätzlich drückt. Der Druck, verlässlich zu liefern, ist also hoch.

Konkret wird sich zeigen, ob Ortbergs Zeitplan hält, wenn die Zertifizierungsverfahren für die 737 Max 7 und den 777X in der zweiten Jahreshälfte 2026 voranschreiten.

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