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Boeing Aktie: Neuer Schwung

Boeing profitiert von einem 2,3-Milliarden-Dollar-Militärdeal und neuen Dreamliner-Bestellungen, was Analysten zu optimistischeren Kurszielen veranlasst. Die Aktie erreicht ein neues Jahreshöchst.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Großer Rüstungsauftrag für Singapur genehmigt
  • Neue Dreamliner-Bestellung von Ethiopian Airlines
  • Analysten heben Kursziele nach Produktionssignalen
  • Aktie notiert auf neuem 52-Wochen-Hoch

Boeing startet mit Rückenwind ins Börsenjahr 2026. Neue Militäraufträge, frische Langstreckenbestellungen und ein spürbar positiverer Blick der Analysten sorgen für Fantasie vor den anstehenden Quartalszahlen. Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Deal als das Signal: Die industrielle Basis des Konzerns stabilisiert sich.

Militärdeal und Dreamliner-Auftrag als Treiber

Auslöser der aktuellen Stärke ist vor allem die Genehmigung eines großen Rüstungsgeschäfts mit Singapur durch das US-Außenministerium. Das Paket im Volumen von 2,3 Milliarden US‑Dollar umfasst vier P‑8A Poseidon Seeaufklärer, Torpedos und umfangreiche Missionsausrüstung. Mit dieser Freigabe kann Singapur seine maritime Sicherheitsflotte modernisieren, während Boeing sein Verteidigungsgeschäft in der strategisch wichtigen Asien-Pazifik-Region ausbaut.

Parallel meldete die Zivilsparte einen weiteren Erfolg: Ethiopian Airlines hat eine feste Bestellung über neun 787‑9 Dreamliner unterzeichnet. Der am 20. Januar gemeinsam verkündete Auftrag erweitert die Langstreckenflotte der Airline und steht für die wieder anziehende Nachfrage nach Langstreckenkapazitäten. Die Bestellung ergänzt eine bereits zuvor gemeldete 737‑MAX‑Order von Ethiopian und stärkt damit sichtbar den Auftragsbestand.

Diese Kombination aus Verteidigungs- und Zivilaufträgen sorgt für zusätzliche Planungssicherheit in den Produktionslinien und stützt die Wahrnehmung, dass die Nachfrage nach Boeing-Jets in beiden Sparten wieder breiter getragen ist.

Analysten setzen auf Produktions-Erholung

Auf Analystenseite hat sich die Stimmung in den vergangenen Wochen deutlich aufgehellt. Das Analysehaus Bernstein hat Boeing zur „Top-Pick“ für 2026 erklärt und das Kursziel auf 298 US‑Dollar angehoben. Grundlage ist vor allem die Einschätzung, dass sich die Auslieferungszahlen stabilisieren und damit die Basis für stärkere Free-Cashflow-Generierung legen.

Auch UBS verweist auf positive Signale aus der Fertigung: Produktionsdaten beim 787‑Programm deuten laut den Analysten auf eine bessere Taktung hin – ein zentraler Faktor, um Margen und Cashflows nachhaltig zu verbessern. Je verlässlicher Boeing die Stückzahlen hochfährt, desto glaubwürdiger wird die operative Wende.

Im Fokus steht zudem weiterhin das 737‑MAX‑Programm. Die Zertifizierung der größten Variante, der 737 MAX 10, ist auf 2026 verschoben. Gleichzeitig hat Boeing entschieden, dieses Modell exklusiv im Werk Everett zu bauen. Die Werke sollen klar getrennte Rollen bekommen: Everett übernimmt den komplexeren Hochlauf der MAX 10, während Renton sich auf die volumenstarken Varianten 737‑8 und 737‑9 konzentriert und dort die Auslieferungen beschleunigt.

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Stabilisierung der industriellen Basis

Die aktuelle Kursrally spiegelt die wachsende Zuversicht wider, dass Boeing den industriellen Turnaround schrittweise in den Griff bekommt. Der Ausbruch auf ein neues 52‑Wochen-Hoch bei 249,00 US‑Dollar markiert eine klare technische Erholung und eine deutliche Outperformance gegenüber vielen Titeln aus dem Luft- und Raumfahrtsektor im Januar.

Besonders wichtig ist die neue Klarheit zur Rolle des Werks Everett. Die ehemalige 747‑Linie wird dort exklusiv für die 737 MAX 10 genutzt. Ziel ist es, den anspruchsvolleren Hochlauf der neuen Variante organisatorisch von den bereits stabileren Linien in Renton zu trennen. So sollen Störungen begrenzt und der Gesamtablauf robuster werden – ein Punkt, der auch im Kontext der strengen FAA-Aufsicht von Bedeutung ist.

In komprimierter Form lassen sich die jüngsten Treiber so zusammenfassen:

  • Genehmigtes US‑Militärgeschäft für Singapur über 2,3 Mrd. US‑Dollar (P‑8A Poseidon und Ausrüstung)
  • Feste Order von Ethiopian Airlines über neun 787‑9 Dreamliner plus bereits kommunizierte 737‑MAX‑Bestellungen
  • Positivere Analysteneinschätzungen mit angehobenen Kurszielen und Fokus auf Produktionsstabilisierung
  • Klare Werksaufteilung: MAX 10 künftig exklusiv in Everett, Hochlauf der 737‑8/‑9 in Renton

Auch technisch unterstreicht der Kurs die Erholung: Die Aktie notiert aktuell bei 249,00 US‑Dollar und damit exakt auf ihrem 52‑Wochen-Hoch, rund ein Drittel über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 124,86 US‑Dollar hat sich der Wert damit nahezu verdoppelt.

Blick auf die Quartalszahlen

Der nächste Prüfstein folgt in Kürze: Am 27. Januar legt Boeing die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Im Mittelpunkt dürften dann vor allem drei Punkte stehen: aktualisierte Zielgrößen für die Produktionsraten der 737‑MAX‑Familie, ein konkreterer Fahrplan für die MAX‑10‑Zertifizierung im Jahr 2026 sowie der Ausblick auf den Free Cash Flow im laufenden Geschäftsjahr.

Aus charttechnischer Sicht testet die Aktie derzeit den psychologisch wichtigen Bereich um 250 US‑Dollar. Gelingt ein stabiler Ausbruch darüber und werden die positiven Impulse aus neuen Aufträgen und Verteidigungsgeschäften durch die Zahlen untermauert, erscheint der von Analysten skizzierte Korridor von 275 bis 300 US‑Dollar nachvollziehbar. Fällt die Unternehmensführung dagegen sehr vorsichtig aus – etwa mit Blick auf Lieferketten oder den Tempoaufbau in der Produktion –, könnte der Markt einen Rücklauf in Richtung der Unterstützungszone um 230 US‑Dollar einpreisen.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.