Boeing startet mit Rückenwind ins Börsenjahr 2026. Neue Militäraufträge, frische Langstreckenbestellungen und ein spürbar positiverer Blick der Analysten sorgen für Fantasie vor den anstehenden Quartalszahlen. Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Deal als das Signal: Die industrielle Basis des Konzerns stabilisiert sich.
Militärdeal und Dreamliner-Auftrag als Treiber
Auslöser der aktuellen Stärke ist vor allem die Genehmigung eines großen Rüstungsgeschäfts mit Singapur durch das US-Außenministerium. Das Paket im Volumen von 2,3 Milliarden US‑Dollar umfasst vier P‑8A Poseidon Seeaufklärer, Torpedos und umfangreiche Missionsausrüstung. Mit dieser Freigabe kann Singapur seine maritime Sicherheitsflotte modernisieren, während Boeing sein Verteidigungsgeschäft in der strategisch wichtigen Asien-Pazifik-Region ausbaut.
Parallel meldete die Zivilsparte einen weiteren Erfolg: Ethiopian Airlines hat eine feste Bestellung über neun 787‑9 Dreamliner unterzeichnet. Der am 20. Januar gemeinsam verkündete Auftrag erweitert die Langstreckenflotte der Airline und steht für die wieder anziehende Nachfrage nach Langstreckenkapazitäten. Die Bestellung ergänzt eine bereits zuvor gemeldete 737‑MAX‑Order von Ethiopian und stärkt damit sichtbar den Auftragsbestand.
Diese Kombination aus Verteidigungs- und Zivilaufträgen sorgt für zusätzliche Planungssicherheit in den Produktionslinien und stützt die Wahrnehmung, dass die Nachfrage nach Boeing-Jets in beiden Sparten wieder breiter getragen ist.
Analysten setzen auf Produktions-Erholung
Auf Analystenseite hat sich die Stimmung in den vergangenen Wochen deutlich aufgehellt. Das Analysehaus Bernstein hat Boeing zur „Top-Pick“ für 2026 erklärt und das Kursziel auf 298 US‑Dollar angehoben. Grundlage ist vor allem die Einschätzung, dass sich die Auslieferungszahlen stabilisieren und damit die Basis für stärkere Free-Cashflow-Generierung legen.
Auch UBS verweist auf positive Signale aus der Fertigung: Produktionsdaten beim 787‑Programm deuten laut den Analysten auf eine bessere Taktung hin – ein zentraler Faktor, um Margen und Cashflows nachhaltig zu verbessern. Je verlässlicher Boeing die Stückzahlen hochfährt, desto glaubwürdiger wird die operative Wende.
Im Fokus steht zudem weiterhin das 737‑MAX‑Programm. Die Zertifizierung der größten Variante, der 737 MAX 10, ist auf 2026 verschoben. Gleichzeitig hat Boeing entschieden, dieses Modell exklusiv im Werk Everett zu bauen. Die Werke sollen klar getrennte Rollen bekommen: Everett übernimmt den komplexeren Hochlauf der MAX 10, während Renton sich auf die volumenstarken Varianten 737‑8 und 737‑9 konzentriert und dort die Auslieferungen beschleunigt.
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Stabilisierung der industriellen Basis
Die aktuelle Kursrally spiegelt die wachsende Zuversicht wider, dass Boeing den industriellen Turnaround schrittweise in den Griff bekommt. Der Ausbruch auf ein neues 52‑Wochen-Hoch bei 249,00 US‑Dollar markiert eine klare technische Erholung und eine deutliche Outperformance gegenüber vielen Titeln aus dem Luft- und Raumfahrtsektor im Januar.
Besonders wichtig ist die neue Klarheit zur Rolle des Werks Everett. Die ehemalige 747‑Linie wird dort exklusiv für die 737 MAX 10 genutzt. Ziel ist es, den anspruchsvolleren Hochlauf der neuen Variante organisatorisch von den bereits stabileren Linien in Renton zu trennen. So sollen Störungen begrenzt und der Gesamtablauf robuster werden – ein Punkt, der auch im Kontext der strengen FAA-Aufsicht von Bedeutung ist.
In komprimierter Form lassen sich die jüngsten Treiber so zusammenfassen:
- Genehmigtes US‑Militärgeschäft für Singapur über 2,3 Mrd. US‑Dollar (P‑8A Poseidon und Ausrüstung)
- Feste Order von Ethiopian Airlines über neun 787‑9 Dreamliner plus bereits kommunizierte 737‑MAX‑Bestellungen
- Positivere Analysteneinschätzungen mit angehobenen Kurszielen und Fokus auf Produktionsstabilisierung
- Klare Werksaufteilung: MAX 10 künftig exklusiv in Everett, Hochlauf der 737‑8/‑9 in Renton
Auch technisch unterstreicht der Kurs die Erholung: Die Aktie notiert aktuell bei 249,00 US‑Dollar und damit exakt auf ihrem 52‑Wochen-Hoch, rund ein Drittel über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 124,86 US‑Dollar hat sich der Wert damit nahezu verdoppelt.
Blick auf die Quartalszahlen
Der nächste Prüfstein folgt in Kürze: Am 27. Januar legt Boeing die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Im Mittelpunkt dürften dann vor allem drei Punkte stehen: aktualisierte Zielgrößen für die Produktionsraten der 737‑MAX‑Familie, ein konkreterer Fahrplan für die MAX‑10‑Zertifizierung im Jahr 2026 sowie der Ausblick auf den Free Cash Flow im laufenden Geschäftsjahr.
Aus charttechnischer Sicht testet die Aktie derzeit den psychologisch wichtigen Bereich um 250 US‑Dollar. Gelingt ein stabiler Ausbruch darüber und werden die positiven Impulse aus neuen Aufträgen und Verteidigungsgeschäften durch die Zahlen untermauert, erscheint der von Analysten skizzierte Korridor von 275 bis 300 US‑Dollar nachvollziehbar. Fällt die Unternehmensführung dagegen sehr vorsichtig aus – etwa mit Blick auf Lieferketten oder den Tempoaufbau in der Produktion –, könnte der Markt einen Rücklauf in Richtung der Unterstützungszone um 230 US‑Dollar einpreisen.
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