Boeing bekommt im Raumfahrtprogramm erneut Gegenwind. NASA stuft den bemannten Testflug der Starliner-Kapsel aus dem Jahr 2024 offiziell als „Type A mishap“ ein – die höchste Incident-Kategorie der Behörde. Für den Konzern ist das nicht nur ein Technik-Thema, sondern auch ein Signal: Prozesse und Führung stehen mit auf dem Prüfstand.
NASA greift zu höchster Stufe
Im Zentrum steht die Starliner-Mission vom Juni 2024. Laut dem unabhängigen Untersuchungsbericht kam es beim Anflug auf die ISS zu deutlichen Problemen: Triebwerksstörungen und eine fortschreitende Degradation im Antriebssystem. Die Konsequenzen waren praktisch und sichtbar: Die Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams blieben 93 Tage auf der ISS und kehrten schließlich mit einer SpaceX Crew Dragon zur Erde zurück.
NASA-Administrator Jared Isaacman machte dabei nicht nur Hardware als Ursache aus. Er verwies auch auf schlechte Entscheidungen und Führungsfehler beim Hersteller. Genau hier wird die Type-A-Einstufung politisch und operativ brisant: Sie steht für Vorfälle mit Potenzial für erheblichen Verlust oder Schaden – und erhöht den Druck, bevor bemannte Einsätze wieder anlaufen dürfen. Boeing betonte nach dem Bericht, man habe in den vergangenen 18 Monaten bei technischen und kulturellen Korrekturmaßnahmen „substanziell“ Fortschritte gemacht.
Bestellungen, Deals – und ein Umzug im Rüstungsbereich
Während das Raumfahrtprogramm Gegenwind liefert, bleibt im zivilen Flugzeuggeschäft Bewegung. WestJet hat seine Bestellungen umgebaut: Sechs 737 MAX 10 wurden gegen zwei 787-9 Dreamliner getauscht. Das wirkt wie eine klare Verschiebung im Bedarf – weg von schmalen Kurz-/Mittelstreckenjets hin zu Großraumkapazität.
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Parallel schloss Vietnam Airlines eine separate Vereinbarung über 50 Boeing 737 MAX ab, um das regionale Netzwerk auszubauen. Zudem verlegt Boeing die Zentrale der Sparte Defense, Space & Security von Arlington (Virginia) zurück nach St. Louis (Missouri). Der Konzern begründet das mit Nähe: Die Führung soll enger an Engineering und Fertigung für wichtige Militärsysteme rücken.
Sentiment dreht etwas – Shorts gehen zurück
Trotz der anhaltenden Programmrisiken zeigen Marktdaten eine leicht veränderte Stimmung. Im Januar sank das Short-Interest um 17% von 16,6 auf 13,8 Millionen Aktien. Das passt zu einer breiteren Abkühlung im zyklischen Industriebereich nach einer starken Phase rund um die Zahlenberichte Ende Januar.
An der Börse wirkt die Lage aktuell eher abwartend: Die Boeing-Aktie notiert heute bei 197,20 Euro und damit nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt. Entscheidend für die nächsten Wochen dürfte sein, wie schnell und nachvollziehbar Boeing die von NASA geforderten Korrekturen abarbeitet – denn erst dann kann das Starliner-Programm wieder Richtung bemannte Einsätze drehen.
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