Boeing liefert derzeit ein zwiespältiges Bild. Einerseits zeigen die jüngsten Quartalszahlen eine deutliche Erholung, andererseits werfen Sicherheitsbedenken und fehlende Prognosen weiterhin Fragen auf. Die Investmentbank UBS erhöhte am Mittwoch ihr Kursziel für die Aktie von 275 auf 285 US-Dollar und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Aktuell notiert der Titel bei 244,56 US-Dollar – Analysten sehen das Potenzial zwischen 155 und 300 US-Dollar.
Die Begründung von UBS klingt überzeugend: Der Flugzeugbauer verbessert seinen freien Cashflow und setzt konsequent auf Qualität und Stabilität, während die Produktion von Verkehrsflugzeugen hochgefahren wird. Für 2026 peilt Boeing einen positiven freien Cashflow an, der sich bis 2030 auf beeindruckende 20 Milliarden US-Dollar steigern soll – etwa 25 US-Dollar je Aktie. Doch diese Prognosen basieren auf Produktionsraten und Margen, die laut UBS „weit unter“ dem liegen, was tatsächlich erreichbar sei.
Quartalszahlen überraschen positiv
Das vierte Quartal 2025 brachte tatsächlich eine Überraschung: Mit einem Gewinn je Aktie von 9,92 US-Dollar übertraf Boeing die Erwartungen deutlich – Analysten hatten mit einem Verlust von 0,45 US-Dollar gerechnet. Der Umsatz kletterte auf 23,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem streikbelasteten Vorjahresquartal. Der freie Cashflow erreichte rund 400 Millionen US-Dollar.
Doch trotz dieser starken Bilanz fehlt ein entscheidender Faktor: Boeing bleibt weiterhin einen konkreten Ausblick für 2026 schuldig. Diese Zurückhaltung nährt die Unsicherheit unter Anlegern, ob die Erholung tatsächlich nachhaltig ist oder lediglich von Basiseffekten getrieben wird.
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MD-11-Flotte: Rückkehr bis Ende Mai geplant
Einen Schatten wirft weiterhin die Sicherheitsdebatte um die MD-11-Frachtflugzeuge. Nach dem tödlichen Absturz einer UPS-Maschine im November am Flughafen Louisville, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen, wurden die Frachter vom Typ MD-11 vorsorglich am Boden gehalten. FedEx arbeitet nun mit Boeing und der Luftfahrtbehörde FAA zusammen, um die Maschinen bis zum 31. Mai wieder in Betrieb zu nehmen.
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB stellte fest, dass ein gerissenes Bauteil an der abgestürzten UPS-Maschine bereits vor über einem Jahrzehnt in einem Boeing-Servicebrief als kritisch eingestuft worden war. UPS zog daraufhin die Konsequenzen und musterte seine gesamte MD-11-Flotte von mehr als zwei Dutzend Frachtmaschinen zum Jahresende aus – schneller als ursprünglich geplant. Als Ersatz sollen Boeing 767 ausgeliefert werden.
Anleger zwischen Hoffnung und Vorsicht
Die Boeing-Aktie befindet sich an einem Scheideweg. Die operativen Fortschritte sind unbestreitbar, die Transparenz des Managements nimmt zu. Doch schwache Bruttomargen von nur 4,79 Prozent zeigen, wie dünn die Gewinnspanne noch ist. Bleibt die Frage: Greifen die Rüstungsspekulationen und Erholungshoffnungen der Anleger zu weit voraus?
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