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Boeing Aktie: Doppelte Belastung

Ein US-Gericht lässt eine Sammelklage von Aktionären zu, während Boeing die Gewinnzone im zivilen Geschäft auf 2027 verschiebt. Die Aktie verliert deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sammelklage zu 737 MAX Sicherheitsvorwürfen zugelassen
  • Break-even im Kerngeschäft erst 2027 erwartet
  • Aktie verliert deutlich an Wert
  • Rüstungsauftrag bietet Stabilität

Der US-Flugzeugbauer Boeing wird an zwei Fronten gleichzeitig gefordert. Während ein Bundesgericht in Chicago eine weitreichende Sammelklage von Aktionären rund um die 737 MAX zuließ, dämpft das Management die finanziellen Erwartungen. Die erhoffte Rückkehr in die Gewinnzone für das zivile Kerngeschäft verschiebt sich weiter in die Zukunft.

Schatten der Vergangenheit

Ein Bundesrichter gab am Dienstag grünes Licht für eine Sammelklage von Investoren, die zwischen November 2018 und Oktober 2019 Boeing-Papiere hielten. Die Kläger werfen dem Konzern vor, den Markt über Sicherheitsstandards und das Pilotentraining getäuscht zu haben. Das Unternehmen habe laut der Klageschrift eine schnelle Entwicklung und Marktanteile priorisiert und dabei Mängel in den automatisierten Systemen verschwiegen. Diese juristische Auseinandersetzung reißt alte Wunden auf, nachdem Boeing bereits 2021 über 2,5 Milliarden US-Dollar an das US-Justizministerium gezahlt hatte, um strafrechtliche Vorwürfe beizulegen.

Kerngeschäft schreibt länger rote Zahlen

Abseits des Gerichtssaals trüben sich auch die kurzfristigen finanziellen Aussichten ein. Finanzchef Jay Malave erklärte auf einer Investorenkonferenz, dass die Verkehrsflugzeug-Sparte den Break-even-Punkt erst 2027 statt wie bisher geplant 2026 erreichen wird. Verantwortlich für diese Verzögerung sind unerwartet hohe Kosten bei der Integration des Zulieferers Spirit AeroSystems. Für das laufende erste Quartal rechnet Boeing in diesem Segment mit einer negativen operativen Marge von 7,5 bis 8 Prozent.

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Diese anhaltenden Unsicherheiten spiegeln sich im Kursverlauf wider. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier knapp 11 Prozent an Wert verloren und notiert mit dem gestrigen Schlusskurs von 182,22 Euro spürbar unter dem 50-Tage-Durchschnitt.

Trotz der finanziellen Hürden hält das Management an seinen operativen Zielen fest. Bis Ende des Jahres soll der Ausstoß der 737 MAX auf 47 Maschinen pro Monat steigen, um das Jahresziel von 500 Auslieferungen zu erreichen.

Rüstungsaufträge als Puffer

Ein stabilisierender Faktor bleibt das Rüstungsgeschäft, das kürzlich durch einen 2,34 Milliarden US-Dollar schweren Auftrag für E-7A-Systeme gestärkt wurde. Für die zivile Sparte richtet sich der operative Fokus nun auf die zweite Jahreshälfte 2026. Dann steht die Zertifizierung der Modellvarianten 737-7 und 737-10 an, die für die mittelfristige Flottenplanung der Fluggesellschaften zwingend erforderlich ist.

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Diskussion zu Boeing

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.