Der US-Flugzeugbauer Boeing wird an zwei Fronten gleichzeitig gefordert. Während ein Bundesgericht in Chicago eine weitreichende Sammelklage von Aktionären rund um die 737 MAX zuließ, dämpft das Management die finanziellen Erwartungen. Die erhoffte Rückkehr in die Gewinnzone für das zivile Kerngeschäft verschiebt sich weiter in die Zukunft.
Schatten der Vergangenheit
Ein Bundesrichter gab am Dienstag grünes Licht für eine Sammelklage von Investoren, die zwischen November 2018 und Oktober 2019 Boeing-Papiere hielten. Die Kläger werfen dem Konzern vor, den Markt über Sicherheitsstandards und das Pilotentraining getäuscht zu haben. Das Unternehmen habe laut der Klageschrift eine schnelle Entwicklung und Marktanteile priorisiert und dabei Mängel in den automatisierten Systemen verschwiegen. Diese juristische Auseinandersetzung reißt alte Wunden auf, nachdem Boeing bereits 2021 über 2,5 Milliarden US-Dollar an das US-Justizministerium gezahlt hatte, um strafrechtliche Vorwürfe beizulegen.
Kerngeschäft schreibt länger rote Zahlen
Abseits des Gerichtssaals trüben sich auch die kurzfristigen finanziellen Aussichten ein. Finanzchef Jay Malave erklärte auf einer Investorenkonferenz, dass die Verkehrsflugzeug-Sparte den Break-even-Punkt erst 2027 statt wie bisher geplant 2026 erreichen wird. Verantwortlich für diese Verzögerung sind unerwartet hohe Kosten bei der Integration des Zulieferers Spirit AeroSystems. Für das laufende erste Quartal rechnet Boeing in diesem Segment mit einer negativen operativen Marge von 7,5 bis 8 Prozent.
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Diese anhaltenden Unsicherheiten spiegeln sich im Kursverlauf wider. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier knapp 11 Prozent an Wert verloren und notiert mit dem gestrigen Schlusskurs von 182,22 Euro spürbar unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
Trotz der finanziellen Hürden hält das Management an seinen operativen Zielen fest. Bis Ende des Jahres soll der Ausstoß der 737 MAX auf 47 Maschinen pro Monat steigen, um das Jahresziel von 500 Auslieferungen zu erreichen.
Rüstungsaufträge als Puffer
Ein stabilisierender Faktor bleibt das Rüstungsgeschäft, das kürzlich durch einen 2,34 Milliarden US-Dollar schweren Auftrag für E-7A-Systeme gestärkt wurde. Für die zivile Sparte richtet sich der operative Fokus nun auf die zweite Jahreshälfte 2026. Dann steht die Zertifizierung der Modellvarianten 737-7 und 737-10 an, die für die mittelfristige Flottenplanung der Fluggesellschaften zwingend erforderlich ist.
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