Innerhalb von nur fünf Tagen haben zwei renommierte Analysehäuser ihre Empfehlung für BMW herabgestuft. Nach UBS am 13. Januar folgte am Freitag Berenberg mit der Senkung von „Buy“ auf „Hold“. Der gemeinsame Nenner: Beide Institute sehen die Bewertung als ausgereizt an – und beide verweisen auf massive Probleme im wichtigsten Auslandsmarkt China.
Die Fakten im Überblick:
- Berenberg stuft auf „Hold“ ab, Kursziel bleibt bei 92 Euro
- UBS hatte bereits auf „Neutral“ reduziert, Kursziel von 95 auf 93 Euro gesenkt
- BMW-Verkäufe in China bis November 2025: minus 10,4 Prozent
- Elektrofahrzeug-Absatz in China: minus 35,2 Prozent
- Aktie verlor seit Jahresbeginn rund 6,5 Prozent
Berenberg sieht Bewertung als fair an
Analyst Romain Gourvil begründete die Herabstufung am Freitagnachmittag mit der bereits angemessenen Bewertung. Die Gewinne europäischer Autokonzerne dürften 2026 zwar steigen, doch die Risiken im China-Geschäft bremsen eine Neubewertung aus. Gerade im Premium-Segment bleibe die Nachfragesituation schwierig, so Gourvil in seiner Branchenanalyse.
UBS-Analyst Patrick Hummel hatte bereits am 13. Januar ähnlich argumentiert: Mit einem KGV von 9 auf Basis der 2026er-Schätzungen liegt die Bewertung deutlich über dem historischen Durchschnitt von etwa 7. Hummel sieht „Abwärtsrisiko für die Gewinne“ – ebenfalls wegen China.
China als Schwachstelle
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Bei Elektrofahrzeugen brach der BMW-Absatz um 35,2 Prozent ein, während der chinesische Markt für „New Energy Vehicles“ insgesamt bereits eine Penetrationsrate von 53 Prozent erreicht. BMWs BEV-Anteil liegt bei mageren 11,5 Prozent.
Anfang Januar reagierte der Münchner Konzern mit offiziellen Preissenkungen für 31 Hauptmodelle um bis zu 24 Prozent. Ein ungewöhnlicher Schritt, der die Dringlichkeit verdeutlicht. Im Premium-Segment oberhalb von 500.000 Yuan übertrifft mittlerweile der AITO M9 die monatlichen Verkaufszahlen des BMW X5. Die 3er-Reihe sieht sich starker Konkurrenz durch Li Auto L6 und NIO ET5 ausgesetzt.
Hoffnung auf die Neue Klasse
UBS hob trotz der Herabstufung positive Aspekte hervor: Der erwartete starke kommerzielle Erfolg der Neuen Klasse, die „neue Maßstäbe im EV-Segment“ setze, sowie attraktive Barausschüttungen von mittelfristig rund 10 Prozent jährlich.
Auf der CES Anfang Januar präsentierte BMW den ersten Ableger der Neuen Klasse, den iX3. Bis 2027 sollen die Technologien in 40 neue Modelle und Modellaktualisierungen integriert werden. Der Analystenkonsens rechnet für 2025 mit einem Gewinn je Aktie von 10,75 Euro – ein Rückgang von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 wird eine Erholung auf 11,44 Euro prognostiziert.
Am 12. März folgen die Quartalszahlen. Bis dahin dürfte die China-Entwicklung im Fokus bleiben – und damit die Frage, ob die Neue Klasse schnell genug kommt, um verlorenes Terrain zurückzugewinnen.
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