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BMW Aktie: Zölle gestoppt

Die Rücknahme von US-Strafzöllen entlastet BMW, doch der Aktienkurs zeigt sich trotz robuster operativer Fortschritte weiterhin schwankungsanfällig.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Zolldrohungen gegen Europa vorerst zurückgenommen
  • BMW platziert erfolgreich Anleihe über 2,3 Milliarden Euro
  • E-Auto-Produktion in US-Werk Spartanburg startet planmäßig
  • Aktienbewertung im Branchenvergleich deutlich günstiger

Die Handelspolitik der zweiten Trump-Administration sorgt erneut für heftige Ausschläge im europäischen Autosektor – doch zumindest für den Moment ist die Gefahr neuer US-Strafzölle gebannt. Für BMW, stark vom Export in die USA abhängig, fällt damit ein zentrales Risikoszenario weg. Entscheidend bleibt nun: Reicht diese Entspannung, um der Aktie nachhaltig neuen Schwung zu geben?

US-Zölle vorerst vom Tisch

Auslöser der jüngsten Bewegungen ist eine abrupte Kehrtwende in Washington. Donald Trump hatte angedroht, ab dem 1. Februar 2026 Importzölle von 10 Prozent auf Waren aus acht europäischen Ländern, darunter Deutschland, zu erheben und diese bis Juni auf 25 Prozent zu steigern. BMW als großer Exporteur in die USA wäre davon unmittelbar betroffen gewesen.

Diese Zolldrohung war Teil des Drucks im Streit um die strategische Nutzung Grönlands. Nach einem Treffen zwischen Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte kam es jedoch zu einem „Rahmen-Deal“ zur militärischen Nutzung arktischer Gebiete. In der Folge wurden die Strafzölle vorerst zurückgenommen.

Die unmittelbare Marktreaktion fiel klar aus:

  • Der DAX legte im Tagesverlauf um bis zu 1,5 % zu
  • Autotitel drehten nach vorherigen Verlusten deutlich ins Plus
  • BMW und Mercedes-Benz gewannen am Vormittag zeitweise mehr als 1,5 %

Damit wurde ein Szenario entschärft, das Gewinne und Margen europäischer Autobauer nachhaltig belastet hätte.

Charttechnik: Entscheidung an der 200-Tage-Linie

Trotz der politischen Entspannung zeigt sich der Kursverlauf am heutigen Donnerstag schwankungsanfällig. Nach frühen Zugewinnen setzte im Handelsverlauf ein Teil der Anleger auf Gewinnmitnahmen.

  • Aktueller Kurs: 87,26 €
  • 200-Tage-Durchschnitt: 84,62 € (Abstand rund +3 %)

Im Intraday-Handel pendelt die Aktie damit relativ nah an wichtigen gleitenden Durchschnitten. Besonders im Blick steht die 200-Tage-Linie, die häufig als Gradmesser für den mittelfristigen Trend gilt. Der Kurs liegt nur moderat darüber, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 97,12 € beträgt hingegen gut 10 %.

Die technische Lage ist gemischt:
– Kurzfristig belasten Rückgänge der letzten Wochen (rund -5 % auf 30-Tage-Sicht)
– Mittelfristig bleibt ein deutlicher Abstand zum 52-Wochen-Tief von 63,56 € bestehen

Der RSI von 36,7 signalisiert eine eher schwache Markttechnik, aber noch keine klare Überverkauft-Situation. Das passt zum aktuellen Bild: Die politische Entspannung nimmt Druck heraus, löst aber keinen klaren Aufwärtstrend aus.

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Finanzierung und Produktion: Operative Stärke

Abseits der Schlagzeilen aus Washington meldet BMW operativ robuste Fortschritte. Am 21. Januar 2026 hat der Konzern eine dreiteilige Unternehmensanleihe über insgesamt 2,3 Milliarden Euro platziert. Die starke Nachfrage im Euro-Markt unterstreicht das Vertrauen institutioneller Investoren in die Bonität des Unternehmens.

Auch in den USA stärkt BMW seine Position. Im Werk Spartanburg sind nach kurzzeitigen Unterbrechungen bei der Batterieversorgung die Weichen für die nächste Generation von Elektrofahrzeugen gestellt. Die Produktion batterieelektrischer Modelle, darunter ein elektrischer X5, kann wie geplant anlaufen.

Das ist strategisch wichtig, denn:

  • Lokale Fertigung in den USA reduziert die Abhängigkeit von Importen
  • Künftige Zolldrohungen treffen lokal produzierte Fahrzeuge deutlich weniger
  • BMW sichert sich Kapazitäten in einem zentralen Markt für Premium-SUV und E-Autos

2025 hatte der Konzern zudem erneut über eine Million Fahrzeuge allein in Deutschland produziert – ein Hinweis auf die weiterhin hohe industrielle Basis.

Bewertung: Günstiger als die Konkurrenz

Fundamental wirkt die Aktie im Branchenvergleich eher günstig:

  • KGV von etwa 7,6
  • Branchen-KGV bei rund 18,4

Damit wird BMW deutlich niedriger bewertet als viele Wettbewerber. Auf Basis von Discounted-Cashflow-Modellen sehen Analysten von Simply Wall St einen fairen Wert von rund 135 € je Aktie, was ein theoretisches Aufwärtspotenzial von über 30 % gegenüber dem aktuellen Kurs andeutet.

Gleichzeitig bleiben klassische Research-Häuser zurückhaltender. Die UBS bestätigte zuletzt ihr „Neutral“-Rating mit einem Kursziel von 93 €. Vom gegenwärtigen Niveau aus entspricht das nur einem überschaubaren Puffer nach oben.

Fazit: Entspannung mit Fragezeichen

Die Rücknahme der US-Zolldrohungen nimmt BMW ein akutes Risiko vom Hals und stabilisiert die Stimmung im Sektor. Parallel zeigt der Konzern mit der erfolgreichen Anleiheplatzierung und dem Hochlauf der E-Produktion in Spartanburg operative Stärke.

An der Börse spiegelt sich das in einem Kurs wider, der zwar klar über dem Jahrestief, aber noch merklich unter dem 52‑Wochen-Hoch notiert. Kurzfristig dürfte vor allem entscheidend sein, ob sich der Bereich um die aktuellen gleitenden Durchschnitte als belastbare Unterstützung etabliert. Gelingt das, könnte die günstige fundamentale Bewertung wieder stärker in den Vordergrund rücken.

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