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BMW Aktie: Zölle bremsen

Neue US-Importzölle und Analysten-Herabstufungen belasten die BMW-Aktie, während neue deutsche E-Auto-Förderungen einen Gegenpol bieten. Das vierte Quartal zeigte regionale Schwächen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Zölle treffen europäische Autohersteller ab Februar
  • Mehrere Analysten stufen BMW herab
  • Neue deutsche E-Auto-Förderung als Nachfrageimpuls
  • Schwache Quartalsauslieferungen in China und USA

Neue US-Zolldrohungen treffen BMW mitten in einer Phase, in der der Markt ohnehin sensibel auf Konjunktur- und China-Risiken reagiert. Nach einem deutlichen Rücksetzer zum Wochenauftakt zeigt der Kurs heute erste Anzeichen einer Stabilisierung. Entscheidend ist nun, ob politische Belastungen oder strukturelle Rückenwinde wie die neue E-Auto-Förderung in Deutschland den Ton angeben.

Die Fakten im Überblick

  • US-Zölle auf europäische Importe sollen ab Februar starten und bis Juni deutlich steigen
  • BMW gehörte am Montag zu den schwächsten Werten im europäischen Autosektor
  • Mehrere Analysten haben zuletzt ihre Einschätzung zurückgenommen, Kursziele aber nur moderat angepasst
  • Neue deutsche E-Auto-Subventionen schaffen Nachfragepotenzial im Heimatmarkt
  • Q4 2025 zeigte schwächere Auslieferungen in China und den USA, Europa legte zu
  • Nächste Termine: Pre-Close-Zahlen am 4. Februar, Jahresbericht am 12. März 2026

Heute notiert die BMW-Aktie bei rund 86,90 Euro und damit leicht über dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen liegt der Titel jedoch etwa 7 % im Minus und rund 10 % unter dem 52‑Wochen-Hoch – ein Zeichen dafür, dass die jüngsten Nachrichten Spuren hinterlassen haben.

US-Zölle und Analysten: Doppelte Belastung

Der deutliche Kursrückgang zu Wochenbeginn wurde vor allem durch die überraschend scharfe Zollankündigung aus den USA ausgelöst. US-Präsident Trump will ab dem 1. Februar 2026 Importzölle von 10 % auf Waren aus acht europäischen Ländern einführen, darunter Deutschland. Zum 1. Juni sollen diese Abgaben sogar auf 25 % steigen.

Für exportorientierte Branchen wie die Autoindustrie ist das eine klare Belastung. Der europäische Stoxx Automobiles and Parts Index verlor am Montag rund 2 %, Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen gaben zwischen knapp 3 % und gut 4 % nach. Barclays-Analyst Henning Cosman sprach von einer „greifbareren“ Bedrohung, die früher als erwartet komme, und sieht Premiumhersteller wie BMW, Porsche, Mercedes-Benz und Volkswagen besonders exponiert.

Zusätzlichen Druck brachte die Herabstufung durch Berenberg. Die Privatbank senkte ihre Bewertung am Freitag von „Buy“ auf „Hold“, ließ das Kursziel aber bei 92 Euro. Analyst Romain Gourvil verweist auf anhaltende Risiken in China, die eine schnellere Neubewertung der Aktie bremsen könnten.

Berenberg ist mit seiner Vorsicht nicht allein:
– UBS hatte BMW bereits am 13. Januar von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft und das Kursziel auf 93 Euro gesenkt.
– Barclays bestätigte am 19. Januar sein „Underweight“-Votum.

Unterm Strich bleibt der Konsens zwar positiv, aber die Tonlage ist deutlich vorsichtiger geworden.

Deutsche E-Auto-Förderung als Gegengewicht

Für einen gewissen Ausgleich sorgt die am Sonntag vorgestellte neue E-Auto-Förderung der Bundesregierung. Bundesumweltminister Carsten Schneider kündigte ein Programm mit einem Gesamtvolumen von 3 Milliarden Euro an. Es soll bis 2029 bis zu 800.000 Fahrzeuge fördern und gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2026.

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Kernpunkte der Förderung:
– Zuschüsse zwischen 1.500 und 6.000 Euro für private Käufer
– Einkommensgrenze: Haushaltseinkommen unter 80.000 Euro
– Förderfähig sind neue Elektrofahrzeuge, inklusive Modelle mit Range Extender
– Für Plug-in-ähnliche Konzepte gelten klare Grenzwerte: maximal 60 g CO₂/km und mindestens 80 km elektrische Reichweite

Für Hersteller mit breiter elektrifizierter Modellpalette ist das ein spürbarer Nachfrageimpuls im Heimatmarkt. Das Programm kann zwar die Zollrisiken in den USA nicht kompensieren, stärkt aber die Perspektive für den Absatz in Europa – ein Punkt, der mittelfristig an Bedeutung gewinnen dürfte.

Zahlen, Bewertung und operative Trends

Bewertungsseitig wirkt der Titel weiterhin moderat: BMW handelt auf Basis der Schätzungen für 2026 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 8. Die erwartete Dividendenrendite von etwa 5 % (Forward-Dividende: 4,30 Euro je Aktie) bleibt attraktiv, gerade im Vergleich zu vielen Wachstumswerten.

Operativ verlief das vierte Quartal 2025 allerdings gemischt. Die Auslieferungen gingen um 4,1 % auf 667.981 Fahrzeuge zurück. Regional zeigt sich ein klar differenziertes Bild:
– China: -15,9 %
– USA: -4,6 %
– Europa: +4 %

Auf Jahressicht kam BMW 2025 insgesamt noch auf ein leichtes Absatzplus von 0,5 %. Das zeigt, dass das Geschäft stabil ist, aber nicht frei von Bremsspuren in den Schlüsselregionen.

Charttechnisch spiegelt sich die Unsicherheit ebenfalls wider. Mit knapp 87 Euro liegt die Aktie rund 5 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt, aber noch leicht über der 200‑Tage-Linie. Der 14‑Tage-RSI von etwa 37 deutet auf eine schwächere, aber noch nicht extrem überverkaufte Marktlage hin.

Ausblick: Wichtige Termine rücken näher

Kurzfristig dürften die Diskussion um US-Zölle, die Entwicklung in China und die zurückhaltenderen Analystenratings den Kurs weiter begrenzen. Gleichzeitig schaffen die deutsche E-Auto-Förderung und der anstehende Start der „Neuen Klasse“-Plattform strategische Ansatzpunkte für Wachstum.

Der nächste klare Orientierungspunkt ist die Pre-Close-Veröffentlichung der Q4-2025-Zahlen am 4. Februar 2026. Dort werden sich Hinweise darauf finden, wie stark sich die Schwäche in China und den USA tatsächlich ausgewirkt hat. Mit den vollständigen Jahreszahlen am 12. März 2026 folgt dann die detaillierte Bestandsaufnahme – und damit auch eine Grundlage, um die aktuelle Bewertung und die mittelfristigen Chancen im Lichte der politischen Risiken neu einzuordnen.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.

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