BMW hat im August in München die Serienproduktion des neuen i3 gestartet – jenes Modells, das auf der neuen „Neue Klasse“-Plattform des Konzerns basiert. Parallel dazu meldete der Autobauer einen symbolischen Meilenstein: Seit Beginn der Elektrifizierung hat BMW inzwischen zwei Millionen vollelektrische Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, als Beispiel nannte der Konzern einen BMW i5 M60 xDrive aus dem Werk Dingolfing.
Die Lieferungen des neuen i3 an europäische Kunden sollen Ende September beginnen. In den USA öffnet der i3 50 xDrive laut BMW USA im vierten Quartal 2026 für Bestellungen, mehrere Händler nennen bereits Anfang Oktober als möglichen Verkaufsstart. Damit rückt die Neue-Klasse-Generation, auf die BMW seine Zukunftsstrategie in der Elektromobilität stützt, greifbar näher an die Marktreife.
China bleibt zentrale Bühne
Auf der Chengdu Auto Show, die noch bis zum 30. August läuft, zeigte BMW sowohl neue als auch etablierte Modelle nebeneinander. Für den chinesischen Markt wurde zudem eine verlängerte Version des i3 angekündigt, BMW nennt insgesamt vier Varianten, darunter den i3 M60L xDrive. Der chinesische Markt bleibt damit ein zentraler Baustein der Elektrostrategie, auch wenn der Konzern dort zuletzt mit schwankenden Auslieferungszahlen zu kämpfen hatte.
Modellpalette könnte schrumpfen
Neben den positiven Produktionsnachrichten kursieren Medienberichte, wonach BMW im Zuge der Neue-Klasse-Umstellung seine Modellpalette straffen könnte. Genannt werden dabei unter anderem die Baureihen XM und 8er als mögliche Auslaufmodelle. Offiziell bestätigt hat BMW dies bislang nicht, die Berichte deuten aber auf eine stärkere Fokussierung des Portfolios hin, während der Konzern parallel massiv in die neuen Elektroplattformen investiert.
Aktie stabilisiert sich nach schwachem Jahr
An der Börse zeigte sich die BMW-Aktie zuletzt widerstandsfähig: Am Donnerstag legte das Papier um 3,1 Prozent auf 59,52 Euro zu und bewegt sich damit knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 59,06 Euro.
Die jüngste Erholung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aktie seit Jahresbeginn rund 36 Prozent verloren hat und weiterhin deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 77,45 Euro notiert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 97,90 Euro, erreicht im Dezember, trennen das Papier aktuell 39 Prozent.
Mitte August hatte RBC Capital Markets sein Kursziel für BMW von 62 auf 60 Euro gesenkt und die Einstufung „Sector Perform“ beibehalten – ein Signal dafür, dass die Analysten trotz operativer Fortschritte bei der Elektrostrategie noch keine grundlegende Trendwende sehen.
Für Anleger bleibt damit die Frage entscheidend, ob die technologischen Meilensteine der Neue-Klasse-Offensive mittelfristig auch die Bewertung der Aktie stützen können, während der Konzern operativ mit dem Serienanlauf des i3 einen wichtigen Schritt vollzogen hat.
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