BMW setzt seine Aktienrückkäufe fort, während Jefferies mit sinkenden Erlösen im Autogeschäft rechnet. Das Analysehaus hat heute seine Einstufung „Hold“ und das Kursziel von 60 Euro bestätigt. Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Der Konzern hält an Rückkäufen fest, doch die operative Entwicklung liefert Jefferies keinen Anlass für eine Kaufempfehlung.
Jefferies erwartet schwächeren Umsatz
Analyst Philippe Houchois überarbeitete seine Schätzungen nach den Vorab-Aussagen von BMW zum dritten Quartal. Er erwartet im Autogeschäft einen Umsatzrückgang von 7%. Als Gründe nennt er einen geringeren Absatz, den Abbau von Lagerbeständen und einen ungünstigeren Produktmix.
Damit geht es nicht allein um weniger verkaufte Fahrzeuge. Nach der Einschätzung von Jefferies belasten auch die Zusammensetzung der Verkäufe und die Bestandsentwicklung die Erlöse. Die Umsatzschätzung ist eine Analystenerwartung und kein abschließend gemeldetes Geschäftsergebnis.
BMW hatte von Januar bis September 2026 weltweit 1.707.799 Fahrzeuge ausgeliefert. Das entsprach einem Rückgang um 4,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Absatzentwicklung liefert den Hintergrund für die vorsichtige Einschätzung des Analysehauses.
Rückkäufe sollen über November hinausgehen
Der schwächeren Geschäftsentwicklung steht die Fortsetzung der Kapitalrückführung gegenüber. BMW bestätigte, auch nach dem Auslaufen des aktuellen Rückkaufprogramms im November 2026 eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Die Aussage geht damit über die laufenden Käufe hinaus und gibt Anlegern einen zeitlichen Anhaltspunkt.
Wie BMW heute mitteilte, erwarb der Konzern vom 12. bis einschließlich 18. Oktober insgesamt 245.796 Stammaktien. Die Zwischenmeldung dokumentiert somit die tatsächliche Umsetzung der Rückkäufe, während die bestätigte Fortsetzung die anschließende Phase betrifft.
Für die Einordnung bleiben beide Ebenen wichtig: Rückkäufe stehen für die Kapitalverwendung des Unternehmens. Die von Jefferies genannten Belastungen betreffen dagegen das operative Geschäft. Aus der Fortsetzung allein lässt sich deshalb keine Entwarnung für die Umsatzentwicklung ableiten.
Elektroabsatz setzt einen Gegenakzent
Nicht alle Absatzdaten weisen in dieselbe Richtung. Die weltweiten Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge der BMW Group stiegen im dritten Quartal 2026 um 7,2% auf 110.257 Fahrzeuge.
Auch die Nachfrage nach dem neuen iX3 liefert einen positiven Akzent. Nach Angaben von BMW gingen in Europa binnen eines Jahres mehr als 100.000 Bestellungen ein. Bestellungen sind allerdings nicht mit bereits ausgelieferten Fahrzeugen gleichzusetzen.
Die heutige Jefferies-Einschätzung gewichtet die Belastungen im Autogeschäft weiterhin vorsichtig. Für BMW-Anleger stehen damit bestätigte Rückkäufe und wachsende Elektroauslieferungen einer erwarteten Umsatzschwäche gegenüber. Das unveränderte Haltevotum bildet genau diese zurückhaltende Bewertung ab.
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