BMW kämpft dieser Tage an mehreren Fronten gleichzeitig. Die Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für den Münchener Autobauer auf negativ herabgestuft — das Langfrist-Rating selbst bleibt bei „A2“, doch die Richtung der Botschaft ist klar.
Als Begründung verweist Moody’s auf die Senkung des Jahresausblicks für den Gewinn im Automobilgeschäft und den Cashflow. Besonders belastend: der beschleunigte Rückgang im chinesischen Pkw-Markt, der inzwischen auf andere asiatisch-pazifische Märkte ausstrahlt. Hinzu kommen die anhaltenden Folgen des Nahostkonflikts auf Energiekosten und Verbraucherstimmung. Die Ratinganalysten hatten ursprünglich eine steigende Profitabilität für 2026 und die Folgejahre erwartet — diese Perspektive ist nun offen.
UBS kappt Ziel deutlich
Auch UBS reagiert auf die jüngste Gewinnwarnung mit einem drastischen Schritt. Das Kursziel fiel von 88 auf 70 Euro, die Einstufung „Neutral“ bleibt. Analyst Patrick Hummel kürzte seine Ebit-Prognosen für die Jahre bis 2028 substanziell — seine Schätzungen für das Ergebnis je Aktie liegen nun bis zu 44 Prozent tiefer. Sein Bewertungsmodell geht explizit von keiner Geschäftsverbesserung in China aus.
Kein Wunder, dass die Aktie zuletzt auf Tiefststände seit 2020 abgesackt war.
Leipzig rüstet sich für die Zukunft
Trotz des schwierigen Umfelds bereitet BMW seinen Standort Leipzig konsequent für die nächste Fahrzeuggeneration vor. Während einer rund fünfeinhalb Wochen dauernden Produktionsunterbrechung im Sommer soll die Fabrik für die sogenannte „Neue Klasse“ — die nächste Generation vollelektrischer Fahrzeuge — umgebaut werden. Welche konkreten Modelle künftig dort vom Band laufen, ließ das Unternehmen offen.
Ende 2025 hatte BMW bereits einen dreistelligen Millionenbetrag für den Standort angekündigt, der mehr als 11.600 Menschen beschäftigt. Das Werk hat eine lange Elektro-Geschichte: Zwischen 2013 und 2022 wurde dort der BMW i3 gebaut.
Am Freitag legte die Aktie trotz der Moody’s-Herabstufung rund 1,7 Prozent zu — getragen von Hoffnung auf neue EU-Zölle gegen chinesische Plug-in-Hybride, die den Wettbewerbsdruck aus Fernost dämpfen sollen. Ob das reicht, um das China-Problem strukturell zu lösen, werden die nächsten Quartalszahlen zeigen müssen — konkret die Marge im Kerngeschäft, die UBS bis 2028 unter Druck sieht.
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