BMW hat eine schwierige Woche hinter sich — und die nächste könnte kaum leichter werden. Nachdem der Konzern seine Gewinnprognose drastisch gekappt hat, reagieren Analysten, Ratingagenturen und Anleger mit Skepsis. Die Aktie notiert nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.
Gewinnwarnung trifft ins Mark
Am 16. Juni senkte BMW seine Margenerwartung für das Automobilsegment auf 1 bis 3 Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt. Als Gründe nannte BMW die anhaltende Schwäche in China und die Folgen des Nahostkonflikts. Auch der erwartete Free Cashflow im Autogeschäft fiel: von über 4,5 Milliarden Euro auf mehr als 2,5 Milliarden Euro.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Moody’s stufte den Ausblick am 19. Juni auf negativ herab — das Langfrist-Rating „A2“ blieb zwar bestehen, aber das Signal ist klar. Die LBBW senkte ihr Kursziel von 103 auf 84 Euro, hält aber an „Buy“ fest. UBS kappte das Ziel von 88 auf 70 Euro und bleibt bei „Neutral“.
Stellenabbau nicht mehr ausgeschlossen
Die Lage zwingt das Management zum Handeln. Konzernchef Milan Nedeljković schließt einen Stellenabbau nicht mehr aus. Der Betriebsrat bestätigte entsprechende Gespräche. Konkrete Zahlen nannte BMW bislang nicht — allerdings könnten die Sparmaßnahmen in der zweiten Jahreshälfte 2026 einmalige Kosten auslösen.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Die Aktie verlor allein in den vergangenen sieben Tagen mehr als zehn Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus rund 37 Prozent. Der RSI liegt bei 20,5 — technisch gilt das als stark überverkauft.
Langfristige Wette auf die Neue Klasse
BMW setzt trotzdem auf Zukunft. Das Werk Leipzig bereitet sich auf die Produktion der „Neuen Klasse“ vor — der nächsten Generation vollelektrischer Fahrzeuge. Dafür plant der Konzern in diesem Sommer eine mehrwöchige Produktionspause für umfangreiche Umbauten. Beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans zeigte BMW M am 18. Juni das M Concept Neue Klasse: eine Studie zur künftigen Designsprache der Hochleistungsmodelle auf Basis der Gen6-Technologie.
Das ist die eigentliche Wette des Konzerns: kurzfristig Schmerzen, langfristig Erneuerung. Ob das Kalkül aufgeht, wird der Halbjahresbericht am 30. Juli zeigen — dann will BMW auch Details zum Sparkurs präsentieren.
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