Der Autobauer rechnet nun mit einer operativen Marge von nur noch 1 bis 3 Prozent, zuvor hatte das Unternehmen 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt. Auch bei den Auslieferungen erwartet BMW einen leichten Rückgang, der Gewinn soll um mehr als 15 Prozent einbrechen. Als Ursachen nennt das Unternehmen den Abschwung in China sowie den Iran-Krieg – laut Reuters trifft BMW damit eine doppelte Belastung gleichzeitig. Als Reaktion kündigte der Konzern Kostensenkungen an.
Die Aktie reagierte auf die Nachricht mit einem Kursrutsch von 6,6 Prozent. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 58,28 Euro und liegt damit nur noch 2,14 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro, das erst Ende Juni markiert wurde. Auf Sicht von sieben Handelstagen verlor die Aktie 3,09 Prozent, binnen 30 Tagen sind es 13,53 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 39,24 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro aus dem Dezember 2025 beträgt der Abstand mittlerweile 40,47 Prozent. Der Titel notiert damit weit unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten: 15,69 Prozent unter der 50-Tage-Linie bei 69,12 Euro und 28,95 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 82,03 Euro. Der RSI von 31,1 signalisiert eine überverkaufte Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 31,44 Prozent die Nervosität rund um den Titel unterstreicht. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 35,38 Milliarden Euro.
China bleibt größte Belastung
Die operativen Zahlen untermauern die Gewinnwarnung. Im zweiten Quartal 2026 lieferte BMW 590.962 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In China, dem für den Konzern traditionell wichtigsten Einzelmarkt, brach der Absatz um 30 Prozent ein. Damit reiht sich BMW in eine Reihe deutscher Hersteller ein, die im chinesischen Markt unter verschärftem Wettbewerb durch heimische Anbieter leiden. Ein Lichtblick innerhalb des Konzerns bleibt die Marke Mini, die im gleichen Zeitraum ein Absatzplus von 17 Prozent verzeichnete.
Ein Gegengewicht zur China-Schwäche liefert Indien. BMW Group India meldete für das erste Halbjahr 2026 Rekordverkäufe, getragen von starker Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, Langversionen der Modelle und SUVs. Der indische Markt entwickelt sich damit zu einem der wenigen positiven Wachstumstreiber im BMW-Portfolio, während die beiden Kernmärkte China und der Iran-bedingte Sondereffekt die Konzernbilanz belasten.
Branchenweiter Gegenwind
BMW steht mit seinen Problemen nicht allein. Volkswagen musste im zweiten Quartal einen Absatzrückgang von 8,6 Prozent hinnehmen, in China brach der Konzernabsatz sogar um 36,6 Prozent ein. Mercedes-Benz kam im ersten Halbjahr auf ein Absatzminus von 6 Prozent bei einem China-Rückgang von 28 Prozent, die Mercedes-Aktie verlor seit Jahresbeginn rund 26 Prozent. Auch Porsche musste im ersten Halbjahr 16 Prozent weniger Fahrzeuge absetzen. Der gesamte Sektor kämpft mit nachlassender Nachfrage in China und zunehmendem Druck durch lokale Wettbewerber, was die dortigen Marktanteile deutscher Premiumhersteller sukzessive schmälert.
Für BMW verschärft die nun gesenkte Prognose den Befund, dass die Ertragskraft im laufenden Jahr spürbar schwächer ausfällt als ursprünglich geplant. Die angekündigten Kostensenkungen sollen die Profitabilität stützen, während der Konzern zugleich versucht, mit Wachstumsmärkten wie Indien und Erfolgsmodellen wie Mini die Schwäche in China zumindest teilweise auszugleichen.
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