BMW hat technische Details zur nächsten Generation des X5 veröffentlicht. Der Geländewagen soll erstmals auch als vollelektrische Variante iX5 erscheinen, ausgestattet mit einer 800-Volt-Architektur und einer angepeilten Reichweite von bis zu 845 Kilometern. Die neue Modellgeneration trägt die interne Bezeichnung G65 und markiert den Einstieg der X5-Baureihe in die Hochvolt-Elektrotechnik, die BMW bereits in anderen Baureihen einsetzt.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Analysten die Aktie neu bewerten. Die britische Investmentbank HSBC stufte das Papier am 22. Juli von „Hold“ auf „Buy“ hoch und nannte ein Kursziel von 71,00 Euro. Analyst Mike Tyndall begründete den Schritt damit, dass die im Juni gesenkte Jahresprognose die Risiken im China-Geschäft nun realistischer abbilde und das Risiko weiterer Gewinnwarnungen damit gesunken sei.
Absatz bricht in China ein, US-Geschäft wächst
Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 zeigen, wie ernst die Lage in China ist. BMW setzte weltweit rund 1,15 Millionen Fahrzeuge ab, ein Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während der US-Absatz um 3,9 Prozent zulegte, brach das China-Geschäft im zweiten Quartal um rund 30 Prozent ein. Der chinesische Markt bleibt damit die größte Belastung für den Konzern.
Gegenläufig entwickelte sich das Elektrogeschäft: Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge der Marken BMW und MINI stieg im zweiten Quartal um 5,2 Prozent auf 116.807 Einheiten. Getrieben wurde das Wachstum maßgeblich durch die Markteinführung des neuen BMW iX3 in Europa, wo der BEV-Absatz um 38,0 Prozent zulegte. Die Kombination aus schwächelndem Kerngeschäft in China und Fortschritten bei der Elektrifizierung in Europa prägt derzeit das Bild des Konzerns.
Vorstandswechsel und neue Aktienstruktur
Personell stellt sich BMW ebenfalls neu auf. Der Aufsichtsrat berief Dorothea von Boxberg mit Wirkung zum 1. September 2026 in den Vorstand. Sie übernimmt als Arbeitsdirektorin die Verantwortung für die Bereiche Personal und Immobilien und tritt die Nachfolge von Ilka Horstmeier an.
Parallel dazu hat BMW seine Kapitalstruktur vereinfacht. Anfang Juli schloss der Konzern die Wandlung sämtlicher Vorzugsaktien in Stammaktien im Verhältnis 1:1 ab. Das Unternehmen folgt damit dem Prinzip „One Share, One Vote“ und verfügt künftig nur noch über eine einzige Aktiengattung.
Kurs nahe Jahrestief, Halbjahresbericht steht an
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage in China deutlich wider. Die BMW-Aktie notiert aktuell bei 56,94 Euro und damit nur 0,39 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 15. Juli. Der Relative-Stärke-Index von 31,0 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, während das Papier seit Jahresbeginn 39,05 Prozent verloren hat.
Für Anleger rückt nun der 30. Juli in den Fokus: An diesem Tag veröffentlicht BMW den offiziellen Halbjahresbericht mit detaillierten Finanz- und Ergebniskennzahlen. Erst dann dürfte sich zeigen, wie stark der China-Einbruch tatsächlich auf Umsatz und Marge durchschlägt – und ob die von HSBC unterstellte Risikoreduzierung durch die Zahlen bestätigt wird.
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