Die Großbank HSBC hat die Aktie der BMW AG am 17. Juli von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel auf 71,00 Euro festgesetzt. Analyst Mike Tyndall begründete den Schritt damit, dass die China-Risiken nach der Prognosesenkung im Juni inzwischen im Kurs eingepreist seien. Die Hochstufung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem das Papier tief in der Verlustzone notiert und Anleger auf ein Lebenszeichen der Erholung warten.
Zwei Analystenhäuser, ein vorsichtiger Optimismus
Auch die Deutsche Bank äußerte sich zuletzt konstruktiv. Analyst Tim Rokossa bestätigte am 14. Juli das „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 90,00 Euro, verwies dabei aber ausdrücklich auf die Belastungen durch geringe Absatzvolumina im zweiten Quartal. Beide Einschätzungen fallen damit deutlich über das aktuelle Kursniveau – ein Signal, dass die Analysten trotz der schwierigen operativen Lage mittelfristig Erholungspotenzial sehen, auch wenn ihre Kursziele weit auseinanderliegen.
Am Markt selbst zeigt sich davon bislang wenig. Zum Handelsschluss am Freitag stand die BMW-Aktie bei 56,86 Euro, ein Minus von 0,42 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit bewegt sich das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Von einer nachhaltigen Trendwende ist auf dem aktuellen Kursniveau also noch nichts zu sehen.
Die Gewinnwarnung als Belastungsfaktor
Der Hintergrund der skeptischen Marktstimmung liegt in der Ad-hoc-Meldung vom 16. Juni. Damals senkte BMW die Prognose für die EBIT-Marge im Segment Automobile für das laufende Geschäftsjahr deutlich, auf einen Korridor von 1 bis 3 Prozent – zuvor hatte das Unternehmen noch 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt. Als Gründe nannte der Konzern die Marktschwäche in China sowie gestiegene Fertigungskosten. Diese Warnung wirkt bis heute nach und erklärt, warum selbst positive Analystenstimmen den Kurs bislang nicht drehen konnten.
Neue Klasse als Hoffnungsträger
Abseits der kurzfristigen Zahlenlage setzt BMW auf technologische Erneuerung. Anfang April bestätigte der Konzern den Serienstart des neuen BMW i3 aus der „Neuen Klasse“-Reihe im Stammwerk München für August. Ab 2027 soll der Standort ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge fertigen – ein strategischer Umbau, der die Elektrifizierung des Kernwerks beschleunigen soll und mittelfristig als Argument für die Wachstumsstory dient, auf die auch die optimistischeren Analystenziele setzen.
Für die Substanz des Unternehmens spricht zudem die Dividendenpolitik: Im März, im Rahmen der Bilanzvorlage für 2025, hatte BMW eine Dividende von 4,40 Euro je Stammaktie vorgeschlagen. Ob sich daran angesichts der eingetrübten Ergebnisaussichten künftig etwas ändert, bleibt eine Frage, die erst kommende Quartalszahlen beantworten können. Kurzfristig bleibt der Blick der Anleger auf die 56-Euro-Marke gerichtet – dort, wo sich die Hoffnung der Analysten und die Nervosität des Marktes derzeit die Waage halten.
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