BMW kämpft aktuell an zwei Fronten. Ein Großrückruf in den USA belastet den Autobauer, während sich die Aktie von ihrem jüngsten Tief langsam erholt. Am Donnerstag folgt der nächste Prüfstein: der Halbjahresbericht.
Am Montag legte das Papier um 1,30 Prozent zu und schloss bei 57,68 Euro. Erst am Freitag zuvor war die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro gefallen.
Großrückruf trifft schwache Nachfrage
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA meldete am Montag einen umfangreichen Rückruf. BMW ruft insgesamt 318.495 Fahrzeuge zurück. Grund ist ein möglicherweise fehlerhafter Anlasser, der im Defektfall Brände auslösen kann.
Betroffen sind zentrale Baureihen: die 3er- und 4er-Modelle sowie die SUVs X3 und X4 aus den Baujahren 2019 bis 2022. Die Reparatur kostet Kunden nichts. Trotzdem binden solche Aktionen Werkstattkapazitäten und belasten das Markenimage in einer Phase schwacher China-Nachfrage.
Der Markt reagierte am Montag dennoch gelassen. Analysten führen das auf eine bereits weit fortgeschrittene Einpreisung negativer Nachrichten zurück.
Analysten sehen Risiken eingepreist
Die Investoren blicken nun auf Donnerstag, den 30. Juli 2026. Dann legt BMW den vollständigen Halbjahresbericht vor. Im Juni hatte der Konzern seine Margenprognose drastisch gesenkt und die EBIT-Marge im Automobilsegment auf 1 bis 3 Prozent korrigiert.
HSBC stufte die Aktie kürzlich von „Hold“ auf „Buy“ hoch und nannte ein Kursziel von 71 Euro. Die Analysten begründen dies mit den China-Risiken und der Margenschwäche, die nach dem Kursverlust von rund 38 Prozent seit Jahresbeginn weitgehend eingepreist seien.
Die Deutsche Bank bestätigte ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 90 Euro. Die Bank warnte zugleich vor schwachen Absatzzahlen im zweiten Quartal.
„Neue Klasse“ als Hoffnungsträger
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der RSI liegt bei 36,3 und damit nahe der überverkauften Zone.
BMW setzt operativ auf die „Neue Klasse“ als Zugpferd. Der neue iX3, das erste Modell der neuen Architektur, taucht im Kinofilm „Spider-Man: Brand New Day“ auf. Der Film startet am 31. Juli, die Partnerschaft mit Sony Pictures soll die Marke global stärken.
Der Halbjahresbericht am Donnerstag liefert die nächsten konkreten Zahlen. Anleger erwarten vor allem Details zur Kostenstruktur, zum Cashflow und zur Entwicklung im China-Geschäft.
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