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BMW Aktie: Gewinneinbruch trifft Branche

BMW und weitere deutsche Hersteller verlieren im ersten Halbjahr Umsatz und operativen Gewinn, während globale Konkurrenten weiter zulegen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deutsche Autokonzerne verlieren international Anschluss
  • Operativer Gewinn sinkt auf 13 Milliarden
  • China, Zölle und Kosten belasten Hersteller
  • Elektroauto-Anteil in EU erreicht Rekordwert

Deutschlands Autoindustrie steckt in der bislang längsten Talfahrt ihrer jüngeren Geschichte — und BMW bleibt davon nicht verschont. Während die IG Metall diese Woche rund 175.000 Beschäftigte der Branche mobilisierte, zeigen aktuelle Zahlen, wie ernst die Lage tatsächlich ist.

Operative Gewinne brechen ein

Eine Analyse von EY zeigt: Der gemeinsame Umsatz von BMW, Volkswagen und Mercedes sank im ersten Halbjahr um 2,9 Prozent auf rund 284 Milliarden Euro. Die 19 weltweit größten Autokonzerne legten im selben Zeitraum dagegen um 3,6 Prozent zu — die deutschen Hersteller verlieren also spürbar den Anschluss an die globale Konkurrenz.

Noch deutlicher fällt der Gewinneinbruch aus. Der operative Gewinn der deutschen Konzerne sank um 19 Prozent auf 13 Milliarden Euro, der niedrigste Wert seit dem Pandemie-Jahr 2020. Laut EY-Branchenexperte Constantin Gall leiden die Hersteller unter strukturellen Kostennachteilen: hohe Lohnkosten, teure Energie und ein Produktionsschwerpunkt in Deutschland, der zunehmend zur Last wird statt zum Vorteil.

Die Gründe hinter der Schwäche

Der wichtigste Auslandsmarkt China bereitet weiterhin Kopfzerbrechen. Die Kaufkraft dort schwächelt, während heimische Hersteller mit aggressiven Preisen um Marktanteile kämpfen. Hinzu kommen US-Zölle und eine E-Mobilität, die langsamer hochläuft als ursprünglich erwartet.

Der Verband der Automobilindustrie mahnt derweil mehr Veränderungsbereitschaft bei Gewerkschaften und Beschäftigten an. VDA-Präsidentin Hildegard Müller verweist auf den Kostenvergleich: Eine Arbeitsstunde kostet in der deutschen Autoindustrie fast 65 Euro, in Tschechien 24 Euro und in Polen 18 Euro. Auch bei der Jahresarbeitszeit liegt Deutschland mit rund 1.300 Stunden deutlich unter Tschechien mit 1.800 Stunden.

Die IG Metall sieht die Ursache dagegen beim Management. Gewerkschaftschefin Christiane Benner warf den Vorständen vor, die Branche „mit Vollgas gegen die Wand“ zu fahren, und forderte stattdessen Investitionen in neue Produkte und Standorte statt weiteren Personalabbau. Bei BMW, Mercedes-Benz und im VW-Konzern laufen bereits mehrjährige Abbauprogramme, die Zehntausende Stellen betreffen.

Ein Lichtblick zeigt sich immerhin auf der Nachfrageseite: Der Anteil reiner Elektroautos an den EU-Neuzulassungen erreichte 2025 mit 17,3 Prozent einen Rekordwert, in Deutschland lag die Quote bei 19,1 Prozent. Ob sich dieser Rückenwind in den kommenden Quartalen in den Bilanzen der deutschen Hersteller niederschlägt, hängt auch davon ab, wie schnell die Kostenstruktur an den internationalen Wettbewerb angepasst wird.

Die erste Verhandlungsrunde zur Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie startet am 7. Oktober. Die aktuellen Tarifverträge laufen zum 31. Oktober aus — danach sind Warnstreiks möglich, die auch die Produktion bei BMW belasten könnten.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.