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BMW Aktie: EBIT-Marge fällt auf 1 bis 3 Prozent

Nach drei Gewinnwarnungen in zwei Jahren sehen Analysten bei BMW ein Glaubwürdigkeitsproblem. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Dritte Gewinnwarnung binnen zwei Jahren
  • Deutsche Bank spricht von Glaubwürdigkeitsproblem
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 57 Euro
  • Kapitalmarkttag im September erwartet

Drei Gewinnwarnungen in zwei Jahren. Alle mit demselben Nenner: China. Bei BMW reißt der Kredit der Anleger. Die Deutsche Bank spricht inzwischen offen von einem Glaubwürdigkeitsproblem.

Die Aktie notiert bei 58,44 Euro. Damit liegt sie nur 2,42 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro, erreicht Ende Juni. Seit Jahresbeginn hat der Titel 39,07 Prozent verloren. Zum 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro im Dezember 2025 klafft eine Lücke von über 40 Prozent.

Die Telefonkonferenz, die mehr Fragen aufwarf

Nach der jüngsten Gewinnwarnung Mitte Juni ging BMW mit einer Telefonkonferenz an die Investoren. Das Ergebnis fiel aus Analystensicht ernüchternd aus. „Leider hat uns die Telefonkonferenz mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen“, kritisieren die Analysten der Deutschen Bank.

Ihr Urteil ist deutlich: Der Nimbus von BMW als Musterschüler der Autobranche hat einen Schlag abbekommen. Und die Bank rechnet nicht mit schneller Aufklärung.

Weder bei Investorentreffen in den USA Ende Juni noch bei der Präsentation der Halbjahreszahlen Ende Juli will BMW offenbar für Klarheit sorgen. Erst der Kapitalmarkttag im September soll ein umfassendes Update zu Kostenstruktur und Strategie liefern. Für die Deutsche Bank ist diese lange Hängepartie schlicht schädlich für die Aktie.

Auch international schlagen Analysten Alarm

Die Kritik bleibt nicht auf eine Bank beschränkt. JPMorgan-Analyst Asumendi nennt die BMW-Warnung einen „Weckruf für die gesamte Autobranche“.

Oxcap-Analyst Pearson geht noch weiter. Er sieht BMW als Frühindikator für die gesamte Branche. Die Aussagen des Konzerns zur Konsumschwäche infolge des Golfkriegs „werden wahrscheinlich weit und breit wiederhallen“, so Pearson.

Der Auslöser der Krise liegt in den harten Zahlen. BMW rechnet im Automobilsegment nun mit einem leichten Rückgang der Auslieferungen gegenüber den 2,464 Millionen Einheiten des Vorjahres. Zuvor hatte der Konzern noch Vorjahresniveau angepeilt. Die EBIT-Marge im Segment soll nur noch zwischen 1 und 3 Prozent liegen, statt der ursprünglich avisierten 4 bis 6 Prozent.

Der Chart zeigt die Nervosität

Auf Wochensicht verlor die Aktie 3,66 Prozent, auf Monatssicht summiert sich das Minus auf 13,60 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 82,13 Euro. Das sind 28,85 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Der Relative-Stärke-Index steht bei 31,4. Das signalisiert eine überverkaufte Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 31,40 Prozent zeigt: Die Schwankungsbreite bleibt hoch.

Was BMW an Stabilität bietet

Trotz der Turbulenzen hält BMW an zentralen Finanzzielen fest. Die Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent des Ergebnisanteils der Aktionäre bleibt unverändert. Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm läuft nach Plan weiter.

Das ändert wenig an der grundsätzlichen Unsicherheit. Wie tief die Belastungen tatsächlich reichen, bleibt offen, solange BMW keine detaillierten Strukturdaten liefert. Bis zum angekündigten Kapitalmarkttag im September müssen Investoren mit genau dieser Unklarheit leben.

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