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BMW Aktie: China drückt, Marge hält

China belastet BMWs Geschäft, während die operative Automarge im dritten Quartal mit 3,4 Prozent über Analystenschätzungen lag.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Jahresprognose zum zweiten Mal reduziert
  • Strukturkosten belasten Marge stärker
  • China-Auslieferungen sinken um 24,8 Prozent
  • Europa- und US-Verkäufe legen zu

BMW hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und trotzdem die Jahresprognose erneut gesenkt. Die Marge im Autogeschäft lag mit 3,4 Prozent über den Analystenschätzungen von 3,1 Prozent. Die neue Spanne für das Gesamtjahr von minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent zeigt jedoch, wie schwer der Umbau auf dem Konzern lastet.

Strukturmaßnahmen doppelt so teuer

Die Belastung durch Portfolio- und Strukturmaßnahmen beziffert der Vorstand nun auf rund 2,5 Prozentpunkte Marge, doppelt so viel wie zuvor. Der größte Teil der Kosten, darunter der Abbau von rund 8.000 Stellen in Deutschland, fällt im vierten Quartal an. Konzernchef Milan Nedeljkovic fordert „Entschlossenheit und zügige Umsetzung“. Die bisherige Prognose lag bei 1 bis 3 Prozent, es ist die zweite Senkung binnen weniger als fünf Monaten.

Zölle kosten zusätzlich rund 1,25 Prozentpunkte Marge. Vor Strukturmaßnahmen rechnet BMW weiter mit einer Marge von mehr als 2 Prozent.

China bricht weg, Europa und USA stabil

Das Vorjahresquartal markierte noch eine Marge von 5,2 Prozent. Der Gewinn vor Steuern fiel um 11 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Hauptgrund ist China: Dort sanken die Auslieferungen um 24,8 Prozent auf 114.000 Fahrzeuge, bei einem BEV-Anteil von nur 6,5 Prozent. Einheimische Anbieter setzen BMW dort massiv unter Preisdruck.

In Europa und den USA lief es besser. Die Verkäufe legten um 2,6 beziehungsweise 2,5 Prozent zu. Elektroautos erreichten weltweit einen Anteil von 20 Prozent, nach 17,5 Prozent im Vorjahr.

Der freie Cashflow im Autogeschäft lag im Quartal bei minus 0,6 Milliarden Euro. Auf Neunmonatssicht bleibt er mit rund 700 Millionen Euro positiv. Für das Gesamtjahr peilt BMW mehr als 2,5 Milliarden Euro an.

Die Aktie gab am Mittwoch um etwa 1,4 Prozent nach. Das Papier notiert damit nicht weit über dem Jahrestief.

Hoffnung ruht auf der Neuen Klasse

Die Neue Klasse soll die Wende bringen. Der iX3 läuft an mehreren Standorten vom Band, im November startet in China eine Version mit langem Radstand. Ab 2027 will BMW in Europa Autos direkt verkaufen. Für 2028 steht ein neues vollelektrisches Modell im Einstiegssegment auf dem Plan.

Mittelfristig bleibt das Ziel ambitioniert: 3 bis 5 Prozent Marge im Jahr 2028 und 8 bis 10 Prozent zu Beginn der 2030er-Jahre. Das setzt voraus, dass sich China stabilisiert und die Einsparungen greifen.

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Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.