BMW meldet den dritten US-Absatzrekord in Folge, doch an der Börse kommt keine Partystimmung auf. Während das Geschäft in Amerika und Europa brummt, zieht der massive Absatzeinbruch im wichtigen chinesischen Markt die Bilanz nach unten. Diese fundamentale Zweiteilung der Absatzmärkte sorgt für Verunsicherung bei Anlegern und spaltet mittlerweile sogar die Expertenlager in zwei unversöhnliche Lager.
Die wichtigsten Fakten zur aktuellen Lage:
- US-Rekord: 388.897 verkaufte Fahrzeuge (+4,7 %) markieren das dritte Rekordjahr in Serie.
- Antriebswende: Während E-Autos in den USA schwächelten (-16,7 %), boomten Plug-in-Hybride (+30,7 %).
- China-Problem: Ein Absatzrückgang von 12,5 % im Reich der Mitte belastet die Konzernbilanz schwer.
- Gesamtbild: Weltweit legte BMW dank Europa (+7,3 %) dennoch leicht um 0,5 % zu.
Licht und Schatten in der Bilanz
Der Münchner Autobauer beweist in den USA bemerkenswerte Resilienz. Trotz Zoll-Unsicherheiten und einer allgemeinen Abkühlung bei reinen Elektrofahrzeugen konnte BMW seine Marktposition ausbauen. Der strategische Mix zahlt sich hier aus: Die sinkende Nachfrage nach Stromern wurde durch den starken Anstieg bei Plug-in-Hybriden überkompensiert.
Doch der Blick auf den Aktienkurs verrät, dass der Markt derzeit das Risiko höher gewichtet als den Erfolg. Seit Jahresanfang verlor das Papier 8,63 % an Wert und notiert aktuell bei 87,42 €. Der Kursrutsch unter den 50-Tage-Durchschnitt von 91,72 € signalisiert, dass die Sorgen um das China-Geschäft die positiven Meldungen aus dem Westen überlagern. Der Rückgang von über 600.000 Einheiten in China ist nicht nur ein Volumenproblem, sondern drückt potenziell auf die Margen.
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Analysten uneinig über die Zukunft
Die Diskrepanz zwischen den Märkten führt zu widersprüchlichen Bewertungen durch Analysten. Die UBS reagierte am 13. Januar vorsichtig, stufte die Aktie auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel auf 93 Euro. Analyst Patrick Hummel verwies explizit auf die gesunkene Ergebnisvisibilität und den anhaltenden Preisdruck in China. Die Schweizer Großbank rechnet für 2026 nur noch mit einer Auto-EBIT-Marge von 5,2 % – ein Wert, der unter den Markterwartungen liegt.
Ganz anders bewertet Bernstein SocGen die Lage. Die Experten hoben das Ziel deutlich auf 115 Euro an und verglichen BMW mit der Eishockey-Legende Wayne Gretzky: Das Unternehmen bewege sich dorthin, wo der Markt in Zukunft sein werde. Dieser Optimismus stützt sich primär auf die „Neue Klasse“. Die geplante Einführung von über 40 neuen Modellen auf dieser Plattform bis Ende 2027 gilt als zentraler Hoffnungsträger für künftiges Wachstum und Effizienzsteigerungen.
Bewertung und Perspektive
Fundamental betrachtet erscheint die Aktie günstig bewertet. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2026 von durchschnittlich 11,44 Euro je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei niedrigen 8. Auch die Dividendenrendite von rund 4,7 % bietet eine gewisse Absicherung nach unten. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob die robuste Nachfrage in Europa und den USA die Margenschwäche in Asien dauerhaft kompensieren kann, bis die neuen Modelle ab 2026 greifen.
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