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BMW Aktie: Bis zu 8.000 Stellen fallen weg

BMW reagiert auf die China-Krise mit einem umfassenden Konzernumbau. Tausende Stellen sind bedroht, während die Modellpalette verschlankt werden soll.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • China-Krise erzwingt Konzernumbau
  • Tausende Arbeitsplätze in Gefahr
  • Modellpalette wird grundlegend überarbeitet
  • Europa und USA zeigen Wachstum

BMW-Chef Milan Nedeljković greift durch. Nach schwachen Halbjahreszahlen kündigt er eine grundlegende Überprüfung der Modellpalette an. Der Grund: Die Krise in China trifft den Konzern hart.

Weniger Modelle, mehr Tempo

Nedeljković will BMW nach eigenen Worten „fundamentally transform“. Ein zentraler Baustein: Die Modellpalette kommt auf den Prüfstand. Welche Modelle bleiben, welche fallen weg – das entscheidet sich in den kommenden Monaten.

„So überprüfen wir beispielsweise erneut, welche Technologien, Modellvarianten und Antriebsstränge wir in Zukunft benötigen“, sagte der BMW-Chef in der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht. Besonders die Antriebsstränge stehen im Fokus. Branchenbeobachter sehen vor allem Diesel-Varianten als gefährdet. BMW hat bereits mehrere Modelle aus dem Konfigurator genommen, darunter den X4 mit Ottomotor, den Z4 und den 8er.

Bis zu 8.000 Stellen fallen weg

Die Modell-Überprüfung fällt zusammen mit einem harten Sparprogramm. Nach Angaben aus dem Konzernumfeld will BMW bis zu 8.000 Stellen streichen. Für einen Konzern, der die Branchenkrise bislang besser gemeistert hat als viele Konkurrenten, markiert das einen Wendepunkt.

Nedeljković hat innerhalb weniger Wochen mit dem Gesamtbetriebsrat ein „Personalstrukturprogramm“ vereinbart. Der Konzern will es zügig umsetzen. Seine Begründung: „Wir hinterfragen unsere Arbeitsweise kritisch und überprüfen Kernprozesse und Strukturen, die bisher als unantastbar galten.“

China reißt Gewinn ein

Der Auslöser der Einschnitte liegt in den Zahlen. Der Umsatz in China brach drastisch ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank im zweiten Quartal um mehr als ein Drittel auf 1,6 Milliarden Euro.

Noch deutlicher traf es das Kerngeschäft: Im Autogeschäft brach das Betriebsergebnis um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ein. Die Folge: BMW verdiente im Quartal mit seinen Finanzdienstleistungen mehr als mit dem Autobau selbst – eine Situation, die es beim Münchner Autobauer so noch nicht gab.

Nedeljković zeigt sich trotzdem zuversichtlich. Sein Ziel: Bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts soll BMW wieder eine operative Umsatzrendite von 8 bis 10 Prozent erreichen.

Europa und USA laufen gegen den Trend

Während China schwächelt, läuft es in anderen Regionen rund. Im ersten Halbjahr lieferte BMW weltweit gut 1,15 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce aus. Europa wuchs dabei um 5,4 Prozent, die USA um 3,9 Prozent.

Im zweiten Quartal beschleunigte sich dieses Wachstum sogar: Europa legte um 7,6 Prozent zu, die USA um 11,9 Prozent. Auch beim Elektroauto-Hochlauf zeigt sich Dynamik. Der neue iX3 steuert auf die Marke von 100.000 Bestellungen zu. BMW hat deshalb im Werk Debrecen vorzeitig eine zweite Schicht eingeführt.

Aktie bleibt unter Druck

Die Reaktion an der Börse fiel gemischt aus. Am Freitag schloss die Aktie bei 59,46 Euro, ein Minus von 1,69 Prozent. Damit notiert das Papier weiterhin klar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 63,32 Euro – Zeichen für einen intakten Abwärtstrend.

Gleichzeitig liegt der Kurs nur noch gut fünf Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, markiert erst am 24. Juli. Der Spielraum nach unten ist damit begrenzt geworden.

Ob Nedeljković seine Ankündigungen mit Substanz füllt, zeigt sich in den kommenden Wochen. Konkrete Details zur Straffung der Modellpalette und zur regionalen Verteilung des Stellenabbaus blieben in der Telefonkonferenz noch offen.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.