Die Münchner müssen sich zwischen Hoffnung und Ernüchterung entscheiden. Während Deutschland mit einem 3-Milliarden-Euro-Paket die Elektromobilität ankurbeln will, hagelt es Kursziel-Senkungen von den Großbanken. Das China-Geschäft schwächelt massiv – doch BMW setzt auf die neue Elektro-Plattform als Befreiungsschlag.
Banken korrigieren Erwartungen nach unten
Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel von 105 auf 103 Euro, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Analyst Tim Rokossa sieht trotz struktureller Probleme Potenzial. Das impliziert vom aktuellen Niveau ein Aufwärtspotenzial von rund 14 Prozent.
Die Analystenmeinungen im Überblick:
- Deutsche Bank: Kaufen, Kursziel 103 Euro
- UBS: Herabstufung auf Neutral, Kursziel 93 Euro (Begründung: zu hohe Bewertung)
- Bank of America: Verkaufen, Kursziel 85 Euro
- Bernstein: Kaufen
Die divergierenden Einschätzungen spiegeln die Unsicherheit wider. Einerseits liegt das KGV mit etwa 9x über dem historischen Durchschnitt von 7x – angesichts der China-Risiken eine mutige Bewertung. Andererseits lockt eine Dividendenrendite von 4,75 Prozent und prognostizierte Cash-Returns von mittelfristig 10 Prozent jährlich.
China-Einbruch belastet Jahresbilanz
Die Verkaufszahlen für Q4 2025 offenbaren das Kernproblem: Der Konzernabsatz sank um 4,1 Prozent auf 667.981 Fahrzeuge. In China brachen die Verkäufe im Schlussquartal um 15,9 Prozent ein, im Gesamtjahr um 12,5 Prozent auf 625.527 Einheiten. Auch die USA enttäuschten mit minus 4,6 Prozent – der BEV-Absatz dort kollabierte sogar um 45,5 Prozent.
Konzernweit sank der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge im vierten Quartal um 10,5 Prozent. Für 2025 erreichten elektrifizierte Modelle einen Anteil von 26 Prozent, reine Elektrofahrzeuge etwa 18 Prozent.
E-Auto-Förderung: Fluch oder Segen?
Das neue Subventionsprogramm der Bundesregierung könnte bis zu 800.000 Fahrzeuge bis 2029 fördern. Die Basisförderung für batterieelektrische Fahrzeuge beträgt 3.000 Euro, zusätzlich gibt es einen Kinderbonus von bis zu 1.000 Euro und einen Einkommensbonus von 1.000 Euro bei Haushaltseinkommen unter 3.000 Euro netto.
Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen (plus 5.000 Euro pro Kind). Für BMW ein zweischneidiges Schwert: Das Programm zielt primär auf mittlere und niedrigere Einkommensschichten – kein klassisches Premium-Segment.
Neue Klasse als Trumpfkarte
BMW setzt große Hoffnungen auf die Elektro-Plattform „Neue Klasse“. Der neue iX3 soll 2026 starten und laut Vorstandsmitglied Jochen Goller „neue Maßstäbe im EV-Segment“ setzen. Zusätzlich kommen überarbeitete Versionen des X5, der 3er- und 7er-Reihe. Bis 2027 plant der Konzern mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle mit verschiedenen Antriebsoptionen.
Die Aktie notiert aktuell bei 88,50 Euro, rund neun Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 97,12 Euro. Die nächsten Quartalsberichte werden zeigen, ob die Neue Klasse tatsächlich den erhofften Nachfrageschub bringt – und ob das China-Geschäft stabilisiert werden kann.
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