Die Bayerische Motoren Werke AG zieht die Reißleine. Eine drastische Gewinnwarnung schickt den Autobauer am Dienstag auf Talfahrt. Schwache Verkäufe in China und geopolitische Krisen erzwingen einen radikalen Schnitt bei den Jahreszielen.
In einer Ad-hoc-Mitteilung strich das Management die bisherigen Prognosen massiv zusammen. Die neuen Erwartungen für das laufende Jahr fallen düster aus:
- Die EBIT-Marge im Automobilgeschäft sinkt auf ein bis drei Prozent.
- Der Return on Capital Employed bricht auf ein bis fünf Prozent ein.
- Die weltweiten Auslieferungen gehen leicht zurück.
Hauptauslöser für den Pessimismus ist der chinesische Markt. Dort brachen die Pkw-Verkäufe im Mai laut Branchenverband CPCA um 22 Prozent ein. Besonders hart traf es Verbrennermodelle mit einem Minus von fast 40 Prozent. Parallel dazu belasten hohe Energiepreise durch den Nahost-Konflikt die Bilanzen der Münchner.
BMW steuert nun mit schärferen Sparmaßnahmen gegen. Dies drückt das Ergebnis im zweiten Halbjahr zunächst zusätzlich. Ein Lichtblick bleibt für Aktionäre bestehen. Die geplante Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent bleibt unangetastet. Ebenso führt der Konzern sein laufendes Aktienrückkaufprogramm unverändert fort.
Aktie auf neuem Jahrestief
Investoren reagierten prompt auf die Hiobsbotschaft. Die BMW-Aktie stürzte am Dienstag um 6,23 Prozent ab und markierte bei 64,38 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf knapp 33 Prozent.
Technisch ist das Papier stark angeschlagen. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie hat sich auf über 23 Prozent ausgeweitet. Ein klares Warnsignal. Ein Relative-Stärke-Index von knapp 24 zeigt den Titel jedoch als stark überverkauft an.
Konkurrenz unter Druck
Die Münchner stehen mit ihren Problemen nicht alleine da. Wettbewerber Volkswagen blickt ebenfalls skeptisch auf den chinesischen Gesamtmarkt. Während die deutschen Hersteller straucheln, bauen chinesische Autobauer ihre Marktmacht aus. Sie steigerten ihre Exporte zuletzt massiv.
BMW setzt nun auf den Erfolg seiner Fahrzeuggeneration der „Neuen Klasse“. Den Free Cashflow im Autogeschäft sieht das Management weiterhin bei über 2,5 Milliarden Euro. Konkrete Details zum Ausmaß der Sparmaßnahmen folgen am 30. Juli. Dann legt der Konzern seinen Halbjahresbericht vor.
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