Der Oracle-Deal hat die Aktie von Bloom Energy auf ein neues 52-Wochen-Hoch katapultiert. Fast 30 Prozent Kursplus standen zeitweise auf der Anzeigetafel. Die Euphorie weicht nun einer harten operativen Realität. Der Brennstoffzellen-Hersteller ist offenbar auf Jahre hinaus ausverkauft.
Volle Auftragsbücher, leere Lager
Die Investmentbank Jefferies geht von einem drastischen Szenario aus. Bloom Energy hat seine Kapazitäten für die kommenden zwei Jahre nach dem Oracle-Auftrag praktisch ausgeschöpft. Der Deal umfasst 1,2 Gigawatt. Das spült schätzungsweise 3,8 Milliarden US-Dollar zusätzlich in die Kassen.
Um diese Mengen zu liefern, muss das Unternehmen seine Produktion ans absolute Limit treiben. Sogar fertige Lagerbestände fließen direkt in die Auslieferung. Spätestens im übernächsten Jahr sind zwingend neue Fabriken nötig. Jeder Engpass in der Fertigung bedroht nun direkt die Umsatzziele.
Analysten extrem uneins
Diese operative Gratwanderung spaltet die Wall Street. Die Kursziele der Analysten klaffen historisch weit auseinander. Die pessimistischste Schätzung liegt bei 55 US-Dollar. Das optimistischste Ziel ruft 231 US-Dollar auf. Der Durchschnitt pendelt sich bei rund 152 US-Dollar ein.
Mehrere Banken haben ihre Einschätzungen kürzlich angepasst. Jefferies hob das Rating von „Underperform“ auf „Halten“ an. Roth Capital schraubte das Kursziel auf 155 US-Dollar nach oben. JP Morgan rät weiterhin zum Kauf der Papiere.
Wachstum frisst Marge
Das Fundament der Bullen bleibt das rasante Umsatzwachstum. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte Bloom Energy rund zwei Milliarden US-Dollar um. Für das laufende Jahr plant das Management einen Sprung auf bis zu 3,3 Milliarden US-Dollar. KI-Rechenzentren treiben die Nachfrage nach den Festoxid-Brennstoffzellen massiv an. Ein gewaltiger Schub.
Das Problem: Echte Gewinne fehlen. Die Bruttomarge soll zwar auf 32 Prozent steigen. Unter dem Strich schreibt der Konzern aber tiefrote Zahlen. Die Eigenkapitalrendite bleibt massiv negativ. Der Auftragsbestand türmt sich derweil auf 20 Milliarden US-Dollar.
Am 28. April legt das Management die Zahlen für das erste Quartal vor. Dann fordert der Markt harte Beweise. Bloom Energy muss zeigen, dass sich die gigantische Nachfrage der Rechenzentren in profitables Wachstum übersetzen lässt. Gelingt das nicht, droht der Aktie auf dem aktuellen Bewertungsniveau ein harter Rückschlag.
