Die Aktie von Bloom Energy setzt ihren außergewöhnlichen Aufwärtstrend fort. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um rund 72 % nach oben bewegt, auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Plus sogar bei etwa 550 %. Auslöser ist vor allem ein milliardenschwerer Auftrag für Brennstoffzellen im Zusammenhang mit Energieinfrastruktur für KI-Rechenzentren – doch wie solide ist diese Entwicklung unter fundamentalen Gesichtspunkten untermauert?
Technische Stärke und Marktdaten
An der NYSE gehört Bloom Energy aktuell zu den auffälligsten Werten im Industriesektor. In der Handelswoche bis zum 16. Januar verzeichnete die Aktie erneut einen deutlichen Kurssprung. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 34 Milliarden US-Dollar.
Charttechnisch zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Der Kurs notiert deutlich über der 50- und 200-Tage-Linie, was den bestehenden positiven Trend bestätigt.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
- Performance seit Jahresbeginn: ca. +72 %
- Performance 12 Monate: ca. +550 %
- Marktkapitalisierung: ca. 34 Mrd. US-Dollar
- Volumen AEP-Deal: ca. 2,65 Mrd. US-Dollar
AEP-Auftrag als zentraler Kurstreiber
Der wichtigste Impuls für die aktuelle Kursrally ist ein Großauftrag von American Electric Power (AEP). Der US-Versorger hat einen Vertrag über den Erwerb von Bloom-Brennstoffzellen im Volumen von rund 2,65 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Die Brennstoffzellen sollen ein neu genehmigtes Rechenzentrums-Stromprojekt in Wyoming versorgen. Bloom Energy liefert dafür Festoxid-Brennstoffzellen, die als zentrale Stromquelle für besonders energiehungrige KI-Infrastruktur dienen sollen.
Die Vertragsstruktur deutet darauf hin, dass Versorgerkunden den Übergang von Test- und Pilotprojekten zu großskaligen, kommerziellen Anwendungen vollziehen. Für Bloom Energy ist dies eine Bestätigung, dass die eigene Technologie im Bereich der Rechenzentrums-Energieversorgung eine relevante Rolle einnehmen kann.
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Fundamentaldaten: Wachstum mit Verlusten
Die starke Kursentwicklung wird derzeit von klar verbesserten Geschäftszahlen begleitet. Im dritten Quartal 2025 erzielte Bloom Energy einen Rekordumsatz von 519 Millionen US-Dollar, ein Plus von 57 % gegenüber dem Vorjahresquartal.
Operativ gelang der Sprung in die Gewinnzone: Das operative Ergebnis lag bei 7,8 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein operativer Verlust von 9,7 Millionen US-Dollar ausgewiesen worden war.
Auf Nettoebene bleibt das Unternehmen jedoch in der Verlustzone. Der GAAP-Nettoverlust belief sich im dritten Quartal 2025 auf 23,1 Millionen US-Dollar und lag damit über dem Verlust von 14,7 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum 2024. Trotz starkem Umsatzwachstum und operativer Verbesserung bestehen damit weiterhin klare Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesamtprofitabilität.
Analysten skeptisch trotz Kursfeuerwerk
Trotz der kräftigen Kursgewinne bleiben viele Analysten vorsichtig. Das Analysehaus Clear Street hat zwar das Kursziel auf 68 US-Dollar angehoben, die Einstufung aber bei „Hold“ belassen. Das neue Ziel liegt deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs und signalisiert, dass der Markt aus Sicht dieser Analysten deutlich vorweggelaufen ist.
Jefferies hält an einer „Underperform“-Einschätzung fest, und insgesamt liegt der Konsens überwiegend im Bereich „Hold“. Die Diskrepanz zwischen dem starken Kursanstieg und den relativ zurückhaltenden Kurszielen wird teils als Hinweis auf mögliche Sondereffekte wie einen Short Squeeze oder als Ausdruck einer Neubewertung des gesamten Sektors interpretiert, die in klassischen Bewertungsmodellen noch nicht vollständig abgebildet ist.
Aktuell wird Bloom Energy mit einem hohen erwarteten KGV auf Basis der Gewinnschätzungen bis 2027 bewertet. Der Markt preist damit ein Szenario stark beschleunigten Wachstums ein, getragen von Großaufträgen im Bereich KI-Rechenzentren und der weiteren Skalierung der Brennstoffzellentechnologie.
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